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03.07.2013

11:39 Uhr

IW wertet Studien aus

Die Dänen sind Europas glücklichste Arbeitnehmer

Neun von zehn Deutschen sind mit ihrem Job vollauf zufrieden. Das ergab eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft. Doch es gibt einige Länder in Europa, in denen die Arbeitnehmer noch glücklicher sind.

Gut gelaunt: Feiernde Dänen in Kopenhagen. ap

Gut gelaunt: Feiernde Dänen in Kopenhagen.

KölnNachholbedarf für Deutschlands Chefs: Anerkennung, Respekt und Motivation für die Mitarbeiter fällt vielen Führungskräften noch schwer. Nach einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erfahren nur 69 Prozent der Beschäftigten zumindest manchmal Unterstützung durch ihren Chef. Im EU-Durchschnitt sind es 81 Prozent. „Auf die Führungskräfte kommt es an“, sagte IW-Direktor Michael Hüther. Die Arbeitszufriedenheit sei für viele Beschäftigte entscheidender als die Bezahlung. Ein guter Chef wirke Wunder.

Das Institut wertete Daten der EU-Organisation Eurofund mit 2000 Befragten in Deutschland aus. Hinzu kamen weitere inländische Daten aus den Jahren 2010 bis 2012. Demnach sind hierzulande 88 Prozent der Beschäftigten mit ihrer Arbeit zufrieden – ein über die Jahre weitgehend konstanter Wert. Deutschland liegt damit unter den 31 untersuchten Ländern an neunter Stelle. Spitzenreiter ist Dänemark, Schlusslicht Albanien. Das Ergebnis für Deutschland deckt sich in etwa mit Befunden der OECD. Hier das gesamte Ranking:

Dass laut Krankenkassen mehr Beschäftigte wegen psychischer Erkrankungen in Frührente gehen, führt das Institut darauf zurück, dass Depressionen und andere psychische Leiden häufiger diagnostiziert würden als früher. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin fühlen sich viele dadurch belastet, dass sie sich um mehrere Aufgaben gleichzeitig kümmern müssen. Termin- und Leistungsdruck sowie ständige Unterbrechungen stressen demnach einen großen Teil der Beschäftigten.

„Es kann keine Rede davon sein, dass sich die Arbeitsbedingungen in den vergangenen Jahren systematisch verschlechtert haben“, betonte Hüther. Viele hätten gerade unter Stress und Zeitdruck Spaß bei der Arbeit, ergab die Institutsstudie. Das gelte zumindest zeitweise, etwa in Projektphasen, schränkte Studienleiter Oliver Stettes ein. „Stress wirkt sich negativ aus, wenn er auf Dauer zur Überlastung führt.“

Geld spielt nach der Untersuchung bei den deutschen Beschäftigten keine so große Rolle wie in vielen südeuropäischen Ländern. 82 Prozent derer, die meinen, zu wenig zu bekommen, sind dennoch mit ihrer Arbeit zufrieden. Bei denen, die mit ihrem Gehalt zufrieden sind, sind es zwar 95 Prozent. Dieser Unterschied ist in vielen Ländern aber größer.

„Ein hohes Gehalt, gute Karrierechancen und ein sicherer Arbeitsplatz sorgen dafür, dass die Beschäftigten zufrieden sind“, sagte Hüther. Wichtig ist nach der Umfrage aber auch, Einfluss zu nehmen, etwa auf die Arbeitsorganisation, die Wahl der Teamkollegen und auf Zielvereinbarungen. Nach Daten des IW trainieren etwa die Hälfte der Unternehmen ihre Führungskräfte. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte ermittelt, dass die Führungsqualität in Deutschland Mittelmaß ist.

Von

dpa

Kommentare (8)

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ThomasBittner

03.07.2013, 12:03 Uhr

Und Dänen lügen bekanntlich nicht! Vielleicht liegt es ja am Umgang von dänischen Führungskräften mit ihren Mitarbeitern?! Wer sich hier richtig verhält, steigert nicht nur die Zufriedenheit, sondern auch die Leistung. Das gilt selbst im Versicherungsvertrieb, siehe: http://www.organomics.de/aktuelles/138-artikel-tfl-versicherungsvertrieb.html

Account gelöscht!

03.07.2013, 12:04 Uhr

"Untersuchung vom Institut der deutschen Wirtschaft"
Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.

Besonders interessant sind die hohen %Zahlen in Deutschland in Anbetarcht von 30% Prekär-Beschäftigten.

Account gelöscht!

03.07.2013, 12:12 Uhr

Den besten Kommentar hierzu (dh. wenn immer das Handelsblatt "Statistiken" veröffentlicht) habe ich im RottMeyer-Blog gelesen (wenn auch im Zusammenhang mit der fehlenden Rechtssicherheit in Europa):

"... Wer das immer noch für absurd oder theoretisch hält, der hat die vergangenen Jahre vermutlich nur KIKA geschaut oder das Handelsblatt gelesen".

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