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15.12.2011

03:13 Uhr

IWF-Aufstockung

Bernanke will nicht für Europa zahlen

Als ein Hilfsmittel in der Schuldenkrise haben die Politiker des EU-Gipfels verabredet, Gelder des IWF aufzustocken. Zahlen sollen die Notenbanken. Doch der Chef der US-Notenbank Fed hält davon nicht viel.

Fed-Chef Ben Bernanke gibt sich Europa gegenüber reserviert. dpa

Fed-Chef Ben Bernanke gibt sich Europa gegenüber reserviert.

WashingtonIm Kampf gegen die Schuldenkrise in Europa hat sich Fed-Chef Ben Bernanke nach Angaben von US-Senatoren gegen die Beteiligung an einer Rettungsaktion ausgesprochen.

„Wir machen uns alle Sorgen, ob der amerikanische Steuerzahler für europäische Staaten und Banken einspringen wird“, sagte Senator Lindsey Graham am Mittwoch nach einem Treffen mit Bernanke. „Er sagte, nein. Er habe weder die Absicht noch die Befugnis, dies zu tun.“

Zugleich soll Bernanke deutlich gemacht haben, dass die Euro-Schuldenkrise auch die USA beeinträchtigen könnte. „Er ist sehr besorgt“, sagte Senator Orrin Hatch. „Er sagte, wenn sie ihre Sache nicht auf die Reihe bekommen, dann hätte das Auswirkungen auf uns. Ein Zusammenbruch da drüben wäre schädlich für uns.“

Bernanke traf die republikanischen Senatoren auf Einladung deren Anführers Lamar Alexander, der den Zentralbankchef um seine Einschätzung der derzeitigen Lage gebeten hatte. In der jüngeren Vergangenheit hatten sich viele Politiker in den USA besorgt über die Entwicklung in Europa geäußert. Bereits im Oktober hatte Bernanke mit demokratischen Senatoren über die Situation diskutiert.

Weil sich die Schuldenkrise zuletzt auch auf große Euro-Länder wie Italien ausgeweitet hat, wurde beim jüngsten EU-Gipfel in Brüssel eine Aufstockung der IWF-Gelder mit Hilfe der Notenbanken um bis zu 200 Milliarden Euro verabredet, um den Schutzschirm über der Euro-Zone zu stärken.

Die Bundesbank ist zwar grundsätzlich bereit, bis zu 45 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds zu überweisen. Allerdings hat Bundesbank-Präsident Jens Weidmann Bedingungen dafür gestellt.

So soll sichergestellt werden, dass das Geld nicht nur speziell für die Rettung angeschlagener Euro-Länder verwendet wird, sondern dem Währungsfonds generell zur Verfügung steht. Darüber hinaus sollen sich auch Länder außerhalb der Euro-Zone und der EU daran beteiligen - also zum Beispiel die Fed.

Kommentare (24)

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Wutbuerger

14.12.2011, 23:42 Uhr

Tja, die internationale Staatengemeinschaft will uns Euronutten nicht mehr. Vielleicht hilt Tunesien? Marokko? Libyen? Ägypten? Dort waren in 2011 Revolutionen über die das Handelsblatt freundig berichtet hat. Bestimmt helfen die uns. Demokraten helfen Demokraten! Das ist schon immer so.

Pequod

14.12.2011, 23:48 Uhr

Nach dieser Absage wird es allerdings sehr eng für das
Eurosystem werden, das kurz vor der Implosion steht,
auch wenn die Kanzlerin die Wende zum Guten schaffen
will, womit sie mit der Beihilfe zur Insolvenzverschlep-
pung Griechenlands zwei Jahre zu spät kommt.

Account gelöscht!

14.12.2011, 23:48 Uhr

what a rigged game is that game?

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