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19.07.2016

20:18 Uhr

IWF-Bericht

Die fünf größten Risiken für die Wirtschaft

VonNorbert Häring

Bankenkrise, Aktiencrash, Handelskrieg: Das Weltwirtschaftswachstum wird von vielen Seiten bedroht. In seinem neuen Bericht stellt der IWF die schlimmsten Szenarien vor. Was passiert, wenn’s passiert – in fünf Punkten.

Was bedroht die Weltwirtschaft? Der IWF hat fünf wichtige Risiken isoliert. dpa

Weltkugel

Was bedroht die Weltwirtschaft? Der IWF hat fünf wichtige Risiken isoliert.

FrankfurtSchlechte Aussichten für die Konjunktur: Die Unsicherheit über die künftige Wirtschaftsentwicklung hat sich weiter massiv erhöht – und den bisher herrschenden verhaltenen Optimismus beseitig. Schuld daran ist das Votum der Briten für den Austritt aus der EU. Das Konjunkturbarometer der Mannheimer ZEW-Instituts, das auf Befragung von Finanzfachleuten beruht, fiel gegenüber der Vor-Brexit-Umfrage im Juni um 26 Punkte auf minus 6,8. Der Internationale Währungsfonds (IWF) revidierte in Reaktion auf den Brexit heute seine Wachstumsprognose für 2017 für Großbritannien stark – und auch für Deutschland mit 0,4 Punkten noch merklich nach unten, während er den Rest der Welt wenig tangiert sieht.

Allerdings sagen die offiziellen Prognostiker so gut wie nie Schlimmes voraus, weil das die Stimmung noch weiter trüben und so die Konjunktur belasten würde. Seinem „Basisszenario“ stellt der Fonds in seinem aktuellen Bericht denn auch ein „downside“ (negatives) und ein „severe“ (schlimmes) Szenario gegenüber. Die fünf wichtigsten Risiken für die Weltwirtschaft laut IWF:

1. Bankenkrise

Die Aussicht auf ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU hat die Welt der Banken im wichtigsten EU-Finanzzentrum in Aufruhr versetzt. Die Kurse der Banken fielen drastisch. Das trifft sie in einer ohnehin schwachen Verfassung. In Ländern wie Italien und Spanien leiden sie unter knappem Eigenkapital und sehr hohen Anteilen uneinbringlicher Kredite. Wegen der engen Verflechtung des europäischen Bankensektors wären auch die Banken in anderen Ländern betroffen, wenn es dort zu einer veritablen Bankenkrise käme. Manche, wie etwa die Deutsche Bank, haben ein riesiges Portfolio von Finanzderivaten und sind damit sehr anfällig für Turbulenzen an den Finanzmärkten. Geraten die Banken in ernste Probleme, gibt es eine Kreditklemme und weite Teile der Wirtschaft geraten in Liquiditätsprobleme. Die Finanzen vieler Länder sind von früheren Bankenrettungen noch zerrüttet, sodass die Rettung der Banken mit staatlichem Geld nicht mehr so leicht möglich ist.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

2. Aktiencrash

Mit einer Bankenkrise einher geht fast immer auch ein Aktiencrash. Die Aktienindizes in den USA sind auf Rekordständen und damit anfällig für größere Korrekturen, die die deutschen und europäischen Aktien überproportional mit nach unten ziehen würden. Die Notenbanken, die die Aktienmärkte mit immer mehr frischer Liquidität aufgepumpt haben, haben nicht mehr allzu viel in Petto, was sie tun können, wenn es zu einem Einbruch der Kurse kommen sollte. Sinkende Kurse drücken die Stimmung der Konsumenten und Investoren. Außerdem haben die Halter von Aktien dann weniger an Sicherheiten, die sie für Kredite hinterlegen können.

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