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15.06.2012

18:31 Uhr

IWF-Bericht zu Spanien

Banken retten allein reicht nicht

Weitere Reformen müssen die Bankenrettung in Spanien begleiten, fordert der Internationale Währungsfonds. Zu diesen Maßnahmen müsse laut IWF beispielsweise eine Anhebung der Mehrwertsteuer gehören.

Die Pleite-Bank Bankia: Die EU will Strukturreformen. dpa

Die Pleite-Bank Bankia: Die EU will Strukturreformen.

MadridKnapp eine Woche nach der Hilfszusage der Eurozone hat der Internationale Währungsfonds (IWF) Spanien zu weitreichenden Reformen aufgerufen. Die Bankenrettung müsse von "Reformen in anderen Bereichen" begleitet werden, damit Spanien das Vertrauen der Märkte zurückgewinne und auf den Weg zu mehr Wachstum zurückkehre, hieß es in den am Freitag veröffentlichten Schlussfolgerungen einer IWF-Expertenmission. Darin wird unter anderem die sofortige Anhebung der Mehrwertsteuer gefordert. Es sei wichtig, dass diese Reformen "klar und zusammenhängend" kommuniziert würden, erklärte der IWF.

Spanien müsse die Ankündigung der Eurozone, den spanischen Banken mit bis zu 100 Milliarden Euro aus der Krise zu helfen, als "Chance" begreifen, hieß es in der Mitteilung des Währungsfonds weiter. Die Bedingungen für die Hilfen müssen noch ausgehandelt werden. Spanien erhofft sich aber, dass von den Auflagen für die Unterstützung nur der kriselnde Bankensektor betroffen ist.

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Die Eurogruppe hat aber bereits angekündigt, weiter darauf zu achten, dass Spanien seine Strukturreformen fortsetzt und seine Defizitziele einhält. Der IWF soll bei der Bankenhilfe eine überwachende Funktion übernehmen.

Von

afp

Kommentare (5)

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touspourun

15.06.2012, 18:58 Uhr

Genau! Die Steuerzahler und Bürger Spanien sollen zahlen für die Bank Spekulanten! Ein super Programm, immer das gleiche Lied. Dexia, Bankia, etc... Die Allgemeinheit - manche sagen die 99% - zahlen mit ihren knappen Einkommen die Casiono Wetten der Finanz Elite Mafia Zocker Betrüger. Verluste sozialisieren, Gewinne privatisieren. Die Politiker werden von Bankiers geschmiert!!

keeper

15.06.2012, 20:04 Uhr

das Problem sind in diesem Falle nicht die Wettgeschäfte,
sondern eine zu laxe Vergabe an Immobilienkrediten.

1.) Immobilienkredit für jedermann
2.) führt zu steigenden Immobilienpreisen
3.) "immobiliengesicherter-Konsum-auf-Pump"
4.) die Wirtschaft passt sich an diese Nachfragegegebenheiten an
5.) eine "buy-and-sell-Ökonomie" entsteht
6.) der Staat hat sprudelnde Einnahmen
7.) der Staat passt seine Ausgaben an diese Einnahmen an.

easy credit - spoiled dream...

... das spanische Handelsbilanzdefizit muß wieder ausgeglichen werden - eine Verteuerung des Konsums mittels höherer Umsatzsteuer ist daher nur naheliegend.
(30% mehr Importieren als Exportieren ist auf Dauer eben nicht tragbar.)

guzmanbarcelona

15.06.2012, 20:42 Uhr

Wir Spanier zahlen die eventuellen Immobilien- und Kreditverluste für die ausländischen Banken, die den spanischen Banken Geld geliehen hatten.
Trotzdem muss es uns gesagt werden, dass diese Rettung als Ziel hat, die Ersparnisse der Spanier zu schützen. Und das ist völlig falsch!
Zuerst einmal haben wir Spanien nicht so viele Ersparnisse. Das Problem mit den Pleiten Banken ist nämlich, dass sie die Schulden mit europäischen Banken nicht zurückzahlen können. Die Banken müssen pleite gehen dürfen!! Bis zu 100k € sind gesetzlich gesichert. Falls es etwas mehr gibt, wird es geteilt und an die Gläubiger gegeben, egal ob sie spanisch, deutsch oder französisch sind, so war und ist immer noch das Gesetz.

Aber das Spiel ist anders. Die Verluste der europäischen Banken gehen an die Spanischen Banken, sie können nicht zahlen, dann an den spanischen Staat (Ihre Bürger!), er kann nicht zahlen, dann an die EU, und endlich an die Europäer (daruter Deutsche). So zahlen letztlich die Bürger (natürlich wir Spanier AUCH und wesentlich MEHR, obwohl wir am Ende pleite gehen werden).
Apropos, der Handelsbilanzdefizit Südeuropas ist der deutsche Überschuss, oder? Und D will ihn behalten, oder? Aber D will auch, dass wir Überschuss haben, oder? Alles geht nicht. Es gibt nur 2 Möglichkeiten: Ende des Euros oder Brutales Quantitave Easing. Mir gefällt besser, die erste. Doch leider werden deutsche Investitionen im Auslang abgewertet.

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