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16.12.2016

13:33 Uhr

IWF-Chefin angeklagt

Lagarde beteuert gewissenhafte Entscheidung

Nach fünf Verhandlungstagen liegt das Schicksal von IWF-Chefin Lagarde nun in der Hand der Richter. Hat die damalige Ministerin fahrlässig gehandelt und eine Veruntreuung von Staatsmillionen ermöglicht?

Der Prozess um die IWF-Chefin neigt sich dem Ende. Am Montag wird das Urteil erwartet. Ihre Anwälte fordern einen Freispruch. AFP; Files; Francois Guillot

Christine Lagarde

Der Prozess um die IWF-Chefin neigt sich dem Ende. Am Montag wird das Urteil erwartet. Ihre Anwälte fordern einen Freispruch.

ParisZum Abschluss ihres Strafprozesses wegen Fahrlässigkeit im Amt hat IWF-Chefin Christine Lagarde erneut ihre Unschuld beteuert. Sie habe in ihrer Zeit als französische Finanzministerin nach bestem Gewissen und mit dem alleinigen Ziel gehandelt, das Gemeinwohl zu verteidigen, sagte die 60-Jährige am Freitag vor dem Pariser Gerichtshof der Republik. Lagarde wird vorgeworfen, nachlässig grünes Licht für eine umstrittene Millionen-Entschädigung an den Geschäftsmann Bernard Tapie gegeben zu haben. Damit soll sie eine Veruntreuung öffentlicher Gelder ermöglicht haben.

Das Gericht verkündet das Urteil am Montag (15.00 Uhr), bei einer Verurteilung drohen Lagarde bis zu ein Jahr Haft und 15.000 Euro Strafe. Ihre Anwälte verlangten, sie freizusprechen. Dies hatte zuvor auch die Staatsanwaltschaft gefordert. Lagarde sagte, sie stehe zu ihren Entscheidungen. Sie habe versucht, Vorteile und Nachteile gegeneinander abzuwägen. „Das Risiko eines Betrugs ist mir völlig entgangen.“ Sie sei von ihren Mitarbeitern auch zu keinem Zeitpunkt gewarnt worden.

Christine Lagarde vor Gericht: Immer zuständig, nie verantwortlich

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Die IWF-Chefin hat sich selbst beurlaubt: Sie steht derzeit in Paris wegen rund 400 Millionen Euro vor Gericht, die Ex-Adidas-Chef Tapie erhielt – und kommt dabei in den Genuss einer interessanten Interpretation.

Lagarde hatte 2007 einem Schiedsverfahren zugestimmt, um einen komplexen Rechtsstreit beizulegen. Als die Schiedsleute Tapie mehr als 400 Millionen Euro Entschädigung zusprachen, verzichtete Lagarde auf einen Einspruch. Inzwischen laufen Betrugsermittlungen gegen mehrere Beteiligte, weil es Verbindungen zwischen Tapie und einem der Schiedsleute gegeben haben soll. Der Schiedsspruch wurde deshalb bereits von Gerichten aufgehoben.

Lagardes Anwalt Patrick Maisonneuve argumentierte, Lagarde habe vor dem Verzicht auf den Einspruch die Meinung von fünf Anwälten eingeholt. Er bedauerte zudem, dass ein Schlüsselzeuge nicht gehört werden konnte: Lagardes damaliger Kabinettschef Stéphane Richard hatte die Aussage vor Gericht verweigert, weil auch gegen ihn ermittelt wird. Mit-Verteidiger Bernard Grelon betonte, es habe keinen Anlass gegeben, an der Integrität der drei Schiedsmänner zu zweifeln, bei denen es sich um drei erfahrene Top-Juristen handelte.

Die Staatsanwaltschaft hatte schon im vergangenen Jahr keine ausreichenden Gründe gesehen, Lagarde vor Gericht zu bringen. Die Ermittlungsrichter setzten sich allerdings über diese Entscheidung hinweg - sie warfen Lagarde vor, sich vor ihren Entscheidungen nicht ausreichend mit der Materie befasst zu haben. Das Urteil fällt ein Spezialgericht, das für Vergehen französischer Regierungsmitglieder im Rahmen ihres Amtes zuständig ist. Auf der Richterbank sitzen neben drei Berufsrichtern auch zwölf Parlamentarier. Für Lagarde geht es auch um ihre Glaubwürdigkeit. Eine Verurteilung würde die Frage aufwerfen, ob sie an der Spitze des IWF bleiben kann.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Mark Hofmann

16.12.2016, 17:45 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

TRAUTMANN

Danke

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