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23.05.2013

22:30 Uhr

IWF-Chefin

IWF stärkt Lagarde bei Untreue-Vorwürfen den Rücken

Ein Vergleich zwischen einer französischen Bank und dem ehemaligen Adidas-Eigner könnte die IWF-Chefin in ernste Bedrängnis bringen. 2008 segnete sie einen 400-Millionen-Euro-Zahlung ab. Das Geld kam aus der Staatskasse.

IWF-Chefin Christine Lagarde: Vernehmung vor dem Gerichtshof der Republik. dpa

IWF-Chefin Christine Lagarde: Vernehmung vor dem Gerichtshof der Republik.

ParisIWF-Chefin Christine Lagarde hat sich am Donnerstag wegen einer Finanzaffäre um Veruntreuung öffentlicher Gelder einer mehr als zwölfstündigen Vernehmung stellen müssen. Über den Verlauf des Verhörs durch Ermittler des französischen Gerichtshofs der Republik gab es nach dem Ende des Termins am Abend zunächst keine Angaben. Lagarde kündigte an, dass ihre Vernehmung an diesem Freitag fortgesetzt werde.

Lagarde musste am Donnerstag vor dem Gerichtshof der Republik Fragen zu umstrittenen Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe an den Geschäftsmann Bernard Tapie beantworten. Ihr droht ein formelles Ermittlungsverfahren, das sie die IWF-Spitze kosten könnte. Zum Auftakt ihrer Anhörung stellte sich der IWF hinter Lagarde.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds traf am Morgen lächelnd im Gerichtshof der Republik ein, der einzigen Instanz in Frankreich, die zu mutmaßlichen Vergehen von Regierungsmitgliedern während ihrer Amtszeit ermitteln darf. Die Befragung der 57-Jährigen war auf zwei Tage angesetzt. Der Gerichtshof hatte im August 2011 Vorermittlungen gegen Lagarde wegen „Beihilfe zur Fälschung“ und „Beihilfe zur Veruntreuung öffentlicher Gelder“ eingeleitet. Im März dieses Jahres wurden ihre Wohnräume in Paris durchsucht.

Der Geschäftsmann Tapie hatte den deutschen Sportartikelhersteller Adidas 1993 an eine Investorengruppe verkauft, an der auch die damals staatliche Bank Crédit Lyonnais beteiligt war. Tapie warf der Bank vor, ihn beim Verkauf übervorteilt zu haben, und klagte auf Entschädigung.

Um den jahrelangen Rechtsstreit zu beenden rief die kurz zuvor zur Finanzministerin ernannte Lagarde 2007 ein Schiedsgericht an, das Tapie im folgenden Jahr Schadenersatz in Höhe von 285 Millionen Euro - mit Zinsen 400 Millionen Euro - zusprach.

Umstritten ist die Anrufung des privaten Schiedsgerichts wie auch Lagardes Entscheidung, gegen den Schiedsspruch keinen Widerspruch einzulegen, obwohl ihr Experten dazu geraten hatten. Lagarde hat ihr Vorgehen als „damals beste Lösung“ verteidigt.

Ihr Anwalt Yves Repiquet zeigte sich zuversichtlich, die Aussage seiner Mandantin vor dem Gerichtshof werde deutlich machen, dass sie „keinerlei strafrechtliche Verantwortung“ trage. Sollte es zu einem Prozess gegen Lagarde kommen, drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 150.000 Euro.

Kommentare (6)

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neunundneunzigprozent

23.05.2013, 16:00 Uhr

Was soll mann auch noch anderes erwarten von Hochfinanzpack nebst ihrer Marionetten den Politikdarstellern???Ach ja,ist bald im Juni wieder Bilderbergertreffen diesmal in England!!!Nur zur Information,falls die Mainstream-Medien mal wieder dicht halten wie sie es seit Jahrzenten machen,weil sie auch nur der Elite zu Munde reden,bzw.schweigen!!!Was nutzt uns eine Pressefreiheit,wenn die Presse nicht frei ist!!!

Observer

23.05.2013, 16:07 Uhr

An allen Schaltstellen der Politik und der Finanzwirtschaft tummeln sich nur noch SCHWERVERBRECHER! Es bleibt zu hoffen, auf Zeit, weil das Volk irgendwann begreifen MUSS, wer sie da in den Ruin getrieben hat!

TapiesOlympischesDesaster

23.05.2013, 16:13 Uhr

Drum merke(l)t, wo adidas draufsteht ist natürlich auch adidas drin. "Der IWF hat zuletzt Mme. Lagarde ihr Rückendeckung gegeben und das Vertrauen ausgesprochen." Den Satz kennen wir bereits von einer und allseits und umtriebigen Person im eigenen Lande.

Demnach dürfte die Tage von Mme. Lagarde zumindest angezählt sein; denn wir wissen allgemein bei der Erfüllung solcher Sprüche, sie haben etwas mit Umkehr zu tun.

"Würde", würde es nach kritischen ZEITgenossen gehen, müßte viel weiter und tiefer unten gebohrt werden, sodaß die Taten während der Vereinnahmung des Ostens durch den Westen Deutschlands, die Standards erreichen würden, denen sich ein Historiker der neuen Welle schlichtweg, bis auf den heutigen Tag versagt hat.

Was das mit adidas zu tun hat. Kenner wissen es, denn sie trugen in Vorzeiten ihres Lebens die Schuhe mit den drei Streifen nicht nur vor, es war ihr Markenzeichen, geblieben bis auf den heutigen Tag. Französisches darin zu erkennen, da muß man ein wenig die Geschichte kennen, dann wird ein richtiger Schuh draus: adidas.

Im Zweifel natürlich für den Angeklagten, aber wer sich soweit aus dem Fenster legt, anderer Leute oder von denen gepumptes Geld verplemperte, der darf sich nicht wundern, daß ihn die Gesetze schier auf den berühmten Boden zurückführen. Beileidsbekundungen, wie sie immer noch stattfinden, die finde ich in dem Falle absurd.

Hoffen kann man nur, daß wenigstens auf dem "heiligen" Rasen im Wembley-Stadion "fair play" oberste Priorität besitzt und der Beste in Tagesform gewinnt. Ein Spiel, das die Herzen derer vereint, die Fußball immer noch für die schönste Nebensache der Welt halten und kennen lernen durften. Alles andere bleibt Nepp.

Korruption hat viele Facetten, welche das menschlich, betrübte Auge nicht unbedingt bei der Tat voll erfassen kann. Wehret doch nur den Anfängen, damit die Zukunft nicht die Vergangenheit in sich trägt.

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