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10.01.2012

21:07 Uhr

IWF-Chefin Lagarde

Der „Rockstar“ der Finanzszene

VonHolger Alich, Jan Mallien

IWF-Chefin Lagarde hat heute mit der Bundesregierung über die Euro-Schuldenkrise beraten. Lagarde gehört mit Merkel zu den Strippenziehern in der Krise. Der Französin kommt aber eine Schlüsselrolle zu.

IWF-Chefin Christine Lagarde. dpa

IWF-Chefin Christine Lagarde.

Paris/DüsseldorfSelten wurde ein IWF-Chef mit so viel Vorschlusslorbeeren überhäuft wie die Französin Christine Lagarde bei ihrem Amtsantritt im Juli 2011. Der frühere IWF-Chefvolkswirt Kenneth Rogoff bezeichnete sie in der "New York Times" als „Rockstar“ der Finanzszene. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lobte Lagarde. Sie sei in der Sache und als Person hervorragend für ihren neuen Job geeignet, sagte Schäuble.

Ein halbes Jahr nach ihrem Amtsantritt hat Lagarde die hohen Erwartungen bislang erfüllt. Deutsche Bank-Chef Ackermann lobte sie jüngst im Handelsblatt für ihre Geradlinigkeit. „Ohne falsche Rücksichtnahme spricht Lagarde unangenehme Wahrheiten aus und an und ermahnt die Schuldnerländer, ihre Haushalte in Ordnung zu bringen,“ schrieb Ackermann in einem Gastbeitrag. Er habe Lagarde lange bevor sie in die Politik wechselte kennengelernt. „Von Anfang an beeindruckte sie mich mit ihrer tiefen Sachkenntnis, ihrer schnellen Auffassungsgabe, ihrer großen Urteilsfähigkeit, ihrer ruhigen Gelassenheit und ihrer natürlichen Autorität und ebenso mit ihrer Menschlichkeit, ihrem Humor und ihrer Selbstironie.“

Warum der IWF so wichtig ist

Was ist der IWF?

Der Internationale Währungsfonds (IWF), der zusammen mit den EU-Staaten zur Rettung der Staatsfinanzen der Euro-Wackelkandidaten einspringen soll, ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Er wurde zusammen mit der Weltbank im Juli 1944 bei der Währungskonferenz in Bretton Woods im US-Staat New Hampshire gegründet.

Wer sind die Mitglieder im IWF?

Dem IWF mit Hauptsitz in Washington (englisch: IMF für International Monetary Fund) gehören heute 186 Staaten an. Das Stimmrecht der Mitgliedsländer richtet sich nach ihrem Kapitalanteil. Dementsprechend zählen die USA (mit 16,77 Prozent), Japan (6,02 Prozent) oder auch Deutschland (5,88 Prozent) zu den Schwergewichten des IWF. Gambia hingegen kommt auf nur 0,03 Prozent und Haiti auf 0,05 Prozent.

Welche Aufgabe hat der IWF?

Hauptaufgabe ist die Wahrung einer stabilen Währungsordnung. Dazu zählt vor allem auch die Verhinderung von Finanzkrisen - wie etwa 1994/1995 in Mexiko oder 1997/1998 in Asien

Welchen Staaten hat der IWF in den letzten Jahren geholfen?

In der jüngeren Vergangenheit griff der IWF auf Ersuchen der jeweiligen Regierungen beispielsweise in der Ukraine, Island, Ungarn, Pakistan und eben auch im Euro-Staat Griechenland ein. Für die betroffenen Staaten ist das mit strengen Auflagen für die Sanierung ihrer Finanzen verbunden.

Wer leitet den IWF?

An der Spitze des Internationalen Währungsfonds steht traditionell ein Europäer. Dagegen wird die Weltbank von einem Amerikaner geführt. Bislang einziger deutscher IWF-Direktor war Horst Köhler. Er hatte das Amt inne, bevor er 2004 zum Bundespräsidenten gewählt wurde.

Um ihrem Land zu dienen, gab die hochgewachsene, schlanke 56-Jährige einst ihre Anwaltskarriere auf. Rund 25 Jahre arbeitete sie für die US-Kanzlei Baker & McKenzie, jettete zwischen ihren Büros in Chicago und Paris hin und her. Lagarde war stets auf der internationalen Bühne mehr zu Hause als in den Niederungen der heimischen Politik.

Als IWF-Chefin ist sie ein Symbol der doppelten Kontinuität: Auf den Franzosen Dominique Strauss-Kahn folgte eine Französin. Und auch wirtschaftspolitisch vertritt sie die gleiche Richtung wie ihr Vorgänger: Ja zur freien Marktwirtschaft und zur Globalisierung, aber bitte mit klaren Spielregeln. „Strauss-Kahn ist ein liberaler Sozialist, Lagarde eine Liberale mit sozialer Ader“, heißt es aus ihrem Umfeld.

Mit Nachdruck vertritt Lagarde die Agenda ihres früheren Chefs, Nicolas Sarkozy, der den IWF zu einer Art Weltwirtschaftsregierung ausbauen will. Außerdem tritt Lagarde für mehr makroökonomische Abstimmung ein. Zuletzt warnte sie mit sehr eindringlichen Worten vor einem Rückfall der Weltwirtschaft in eine Große Depression. „Der Ausblick auf die Weltwirtschaft ist im Augenblick nicht besonders rosig. Er ist ziemlich düster,“ sagte Lagarde Ende Dezember.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

10.01.2012, 21:30 Uhr

Was soll dieser elende Schwachsinnsartikel. Wie konnte es geschehen, dass eine Frau gegen die staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen Korruption laufen, zur Chefin der IMF gewählt wird. Diese Tante betreibt Hohn und Spott mit den Völkern Irlands, Portugals und Spaqnien. Diese eitle Chicago Tante gehört in den Knast, zusammen mit Merkozy und Schäuble.

forenfux

10.01.2012, 21:37 Uhr

Na ja, was war ist gewesen, vergessen und zählt nicht mehr. Aber was dieser Artikel soll, verstehe ich auch nicht. Letztlich ist doch die Finanzmarktsteuer - die ich grundsätzlich ok finde - auch nur eine Blendgranate. Unglaublich, wie Politik derzeit vom eigenen Versagen ablenken kann und tut.

rbabatz

10.01.2012, 21:42 Uhr

soviel Lobhudelei ist schon direkt peinlich, passt direkt zu der femofaschistischen Ausrichtung unserer Massenmedien. Und wie war das mit den Betrugsaffären? Schon vergessen. Nun ja, mit Addidas-Schuhen ist man schnell.

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