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27.05.2011

16:52 Uhr

IWF-Chefposten

Lagarde auf halbem Weg nach Washington

VonHolger Alich

Nicolas Sarkozy sieht in US-Präsident Obama einen Fürsprecher für die Kandidatur. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte zuvor auf dem G8-Gipfel mehr oder weniger offen Christine Lagarde unterstützt.

Die französische Finanz- und Wirtschaftsministerin Christine Lagarde Quelle: dapd

Die französische Finanz- und Wirtschaftsministerin Christine Lagarde

DeauvilleOffiziell war die Neubesetzung der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) beim G8-Treffen in Deauville kein Thema. Dennoch dominierte diese Spitzenpersonalie die zahlreichen Flurgespräche. Und offenbar schlägt sich ein Schlüsselland des IWF nun auf die Seite der französischen Finanzministerin.

Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy ist jedenfalls davon überzeugt, dass US-Präsident Barack Obama Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde bei ihrer Kandidatur für den IWF unterstützt. "Ich glaube zu wissen, dass er seine Entscheidung bereits getroffen hat, er aber auf den geeigneten Moment wartet, sie zu verkünden", sagte Sarkozy am Ende des G8-Treffens.

"In der Zwischenzeit habe ich die exzellente Erklärung von Frau Clinton zur Kenntnis genommen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es in dieser Frage einen Dissenz zwischen beiden geben kann (dem US-Präsidenten und seiner Außenministerin, d. Red)", sagte Sarkozy.

Hillary Clinton hatte erklärt, dass sie "offiziös und persönlich eine starke Anhängerin der Idee (ist), qualifizierten Frauen die Chance zu geben, internationale Organisationen zu leiten." Dies wurde als kaum verhohlene Unterstützung für Lagardes Kandidatur gesehen. Offiziell will sich die US-Regierung erst nach dem Ende der Bewerbungsfrist am 10. Juni äußern, welchen Kandidaten Washington unterstützt.

Auch deutsche Delegationskreise erklärten, "dass es an der Benennung von Lagarde eigentlich kaum mehr Zweifel gibt". Der einzige Risikofaktor sei, dass die so genannte Tapie-Affäre noch ernste Probleme bereiten könnte. Lagarde wird vorgeworfen, ihr Amt missbraucht zu haben, um im Streit zwischen dem französischen Staat und dem Geschäftsmann Bernard Tapie zu einer für Tapie günstigen Lösung zu kommen. Lagarde war vom normalen Klageweg abgewichen, und hatte den Streit einem Schiedsgericht vorgelegt - das sprach Tapie Schadenersatz in Höhe von 245 Millionen Euro zu.

Am 10. Juni will die Justiz entscheiden, ob sie in dem Fall weitere Ermittlungen gegen Lagarde einleiten will. Just an diesem Datum endet die Bewerbungsfrist für den IWF-Job. Lagarde hatte bereits klar gemacht, dass sie in jedem Fall ihre Bewerbung aufrecht erhalte. "Denn ich habe mir nichts vorzuwerfen."

Scheint am Ende das größte Risiko zu sein, dass Sarkozy noch mit seiner Dampf-Plauderei den US-Präsident Obama derart verärgert, dass dieser sich die Sache mit Lagarde doch noch einmal überlegt.

Kommentare (5)

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Mollemopp

27.05.2011, 18:56 Uhr

Ich habe da ernste Bedenken, wenn es doch dieser grauhaarige Franzose werden sollte. Aber da werden die Amis bestimmt noch eine Verhinderungsmethode parat haben

Account gelöscht!

27.05.2011, 22:06 Uhr

Der in der Seele noch Grieche, hat die Milliarden in Griechenland gelassen Frau Lagarde. Wenn überhaupt von wem, kriegt ihr diese nur von denen. Aber nur wenn ihr brav bitte bitte sagt und der Karfreitag auf den Pfingsmontag fällt.

Account gelöscht!

27.05.2011, 22:13 Uhr

Und Frau Lagarde,
Nicolas entstammt dem altgriechischen und bedeutet "Sieger über das Volk". Meinen Sie daß unter diesen Umständen Ihre Mühen einen Sinn machen.

In diesem Fall können nur das Land seiner Ahnen und das Land das er gerade regiert gemeint sein. Vielleicht auch ein Klitzekleinbisschen Deutschland, aber nur ein Klitzekleinbisschen.

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