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09.10.2012

07:00 Uhr

IWF Fiscal Monitor

Schuldenproblem wird zum Drahtseilakt in den USA

VonMartin Kölling

Der IWF hält die Schulden vor allem in den USA für zu hoch. Sie ließen sich durch eine moderate Inflation kaum zurückführen. Derlei Hoffnungen seien trügerisch, wie ein schockierendes Rechenbeispiel für die USA zeige.

Der republikanische Kandidat für das Amt des US-Vize-Präsidenten Paul Ryan vor der US-Schuldenuhr. dapd

Der republikanische Kandidat für das Amt des US-Vize-Präsidenten Paul Ryan vor der US-Schuldenuhr.

TokioDer Internationale Währungsfonds (IWF) gibt weiterhin keine Entwarnung an der Schuldenfront. Zwar zieht der IWF in seinem „Fiscal Monitor“ eine positive Zwischenbilanz der globalen Haushaltskonsolidierung. „In den letzten Jahren wurden Fortschritte gemacht“, erklärte am Dienstag morgen Carlo Cottarelli, Direktor der IWF-Abteilung für Haushaltspolitik, in Tokio. „Aber die Anstrengungen reichen noch nicht, um das Anwachsen der öffentlichen Verschuldung zu verhindern.“

Die Lage bleibt daher ernst. „Die fiskalische Verwundbarkeit bleibt hoch“, stellt der „Fiscal Monitor“ fest. Weil die Notenbanken die Welt mit Liquidität überschwemmen, haben sich die Finanzmärkte nach Meinung der IWF-Experten zwar beruhigt. „Aber diese gutartige Reaktion der Märkte basiert auf der Annahme, dass die haushaltspolitischen Anpassungen und die günstige Umwelt für Wachstum sich fortsetzen,“ so der IWF.

Damit gibt der Report den Tenor für die Jahrestagung des IWF und der Weltbank vor, die am Dienstag in Tokio begonnen hat. Der Welt stehen noch Jahre eines schwierigen Balanceakts bevor, zu sparen ohne das Wachstum vollständig abzuwürgen oder das soziale Gefüge der Nationen zu zerreißen.

Die meisten der Länder, die der IWF in seinem „Fiscal Monitor“ beobachtet, hätten ihre Haushaltsdefizite reduziert. Und in der Hälfte der Länder erwarten die IWF-Experten, dass die Defizite 2013 sogar unter das Niveau vor der Weltwirtschaftskrise von 2008 fallen. Dennoch werde sich die Verschuldungsrate vieler Industrieländern werde sich erst 2014 oder 2015 stabilisieren, sagt der IWF voraus.

Dabei entwickeln sich die Länder sehr unterschiedlich. Deutschland ist in der Gruppe der Länder, die ihre Haushaltsdefizite bereits gesenkt oder stabilisiert hätten. Der IWF erwartet, dass sich das Tempo der Haushaltskonsolidierung daher in Deutschland etwas verlangsamen wird. In anderen Ländern wie den USA, Japan oder Griechenland, die die Finanzmärkte verunsichern, bleiben die Defizite dagegen hoch und wachsen die Schulden.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

09.10.2012, 08:07 Uhr

Liebe Weltbank,
Der Schuldenberg läßt sich dadurch abtragen, indem man nur Handel und Produktion mit Ländern macht, in denen die politischen Verantwortlichen auch Sorge für Mindestlöhne und menschliche Arbeitsbedingungen zulassen. So können die Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen und so an den Ressourcen der Welt gerechter teilhaben.
Und der Wert des Papiergeldes erhält reale Gegenwerte, nämlich menschliche Arbeitskraft, soziale Grundlagen und sachgerechte Infrastrukturen. Ja, so könnten sogar viele "arbeitswillige" Kräfte für eine Umverteilung der vielen sinnlosen Scheine in wenigen Händen stattfinden.
Ansonsten macht doch einfach einen großen Haufen Geldscheine, verbrennt diesen auf dem Kilimandscharo, und fangt von vorne an. Aber vorher bitte die Grundbedürfnisse wie Weizen, Wasser, Bildung und Strom aus den Händen der Finanzhaie, das gehört den Menschen, und nicht einer papierfressenden Raupe, die Scheine mit Zahlen drauf frißt.

Account gelöscht!

09.10.2012, 08:13 Uhr

Das mit der "kontrollierten" Inflation ist ein großer Trugschluss - es funktioniert in der Realität nicht. Gewerkschaften streiken für Lohnerhöhungen, Sparer verlassen die Währung, Investitionen werden aus Geldmangel zurückgefahren - bumm.

Domenq

09.10.2012, 08:43 Uhr

Es ist absurd und kriminel!

Nicht "die Welt" wird mit Liquidität geflutet - es ist die Banlken-Welt. Ihr wird auf Schulden geholfen, die eigenen Fehler zu überwinden. Sie kann sich hiermit auf die kommenden Kaufkraftverluste einstellen.
Alles zu Lasten der "breiten Masse". ALLES !

Politik und Banken kooperieren gegen die Interessen der breiten Masse.

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