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22.09.2011

22:53 Uhr

IWF-Jahrenstagung

Schwellenländer wettern gegen Europa

Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, die BRICS-Staaten, werfen den Industrieländern vor, sie mit ihren Schulden am Wachstum zu hindern. Neben den Vorwürfen werfen die BRICS auch Vorschläge auf den Tisch.

Brasiliens Finanzminister Guido Mantega klagt die EU an. AFP

Brasiliens Finanzminister Guido Mantega klagt die EU an.

Die großen Schwellenländer haben den Europäern wegen ihrer Schuldenkrise eine Gefährdung der weltwirtschaftlichen Stabilität vorgeworfen. „Das Epizentrum der Krise ist dieses Mal die Europäische Union“, klagte Brasiliens Finanzminister Guido Mantega am Donnerstag in Washington auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der BRICS-Staaten - Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Vor drei Jahren seien es noch die USA gewesen, die die Welt in eine tiefe Finanzkrise gestürzt hätten.

Die fünf BRICS-Länder forderten die Europäer gemeinsam zu schnellem und entschiedenem Handeln auf und sagten ihre Unterstützung dafür zu. Von direkten finanziellen Hilfen für europäische Krisenländer, etwa durch den gezielten Ankauf von Anleihen solcher Länder, war allerdings nicht die Rede. „Die aktuelle Situation erfordert entschiedenes Handeln“, heißt es in einem Kommunique der BRICS-Staaten nach Gesprächen am Rande der Jahreskonferenz von IWF und Weltbank. „Schnelles Handeln ist wichtig“, unterstrich auch Mantega.

Ähnlich wie bei der letzten Finanzkrise sei erneut Entschlossenheit und Kooperation der Länder gefragt. Die BRICS-Länder seien bereit, gegebenenfalls über den Internationalen Währungsfonds und andere internationale Finanzinstitutionen einen Beitrag zur Problemlösung zu leisten, hieß es im BRICS-Kommunique.

Grundsätzlich gelte aber, die aktuelle Lage und die Herausforderungen, denen sich die Schwellenländer gegenübersehen, seien andere als die der Industrieländer, erklärten Vertreter der Schwellenländer. Sie seien es auch gewesen, die zuletzt das Wachstum in der Welt vorangetrieben hätten. Zudem müsse gesehen werden, dass die aufstrebenden Länder intern auch hohem Finanzbedarf bei der Bekämpfung der Armut begegnen müssten, erklärten Vertreter Indiens.

Die BRICS warfen den Industrieländern vor, mit ihren Defiziten die aufstrebenden Entwicklungsländer herabzudrücken. Die von Europa ausgehende Krise ziehe auch sie in den Strudel, und zwar über eine Wachstumsverlangsamung in der Welt, sinkende Rohstoffpreise, Spannungen an den Finanzmärkten und exzessive Liquidität an den Märkten, die manchen Ländern massive Kapitalzuflüsse bescherten. Dem müsse begegnet werden.

Die Industrieländer seien gefragt, eine verantwortungsvolle Wirtschafts- und Finanzpolitik zu betreiben, fordern die Schwellenländer in dem Kommunique. Die BRICS-Länder vereinbarten, künftig die Zusammenarbeit und den Handel untereinander zu intensivieren und damit noch enger zusammenzurücken. Damit einhergehend werde auch das Gewicht ihrer Währungen in der Welt zunehmen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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muellmonster

23.09.2011, 06:56 Uhr

Was hält denn die BRICS ab griechische Staatsanleihen zu kaufen? Können Sie doch tun. Und schon ist das Problem gelöst.

blablabla

23.09.2011, 09:36 Uhr

Sie scheinen nicht besonder informiert zu sein. Und was mit den anderen EU-Pleitestaaten? Und den ganzen Osteuropäischen Staaten einschließlich Baltikum, die nur aus politischen Gründen (auf Druck von "außen"(USA)) in die EU aufgenommen wurden? Jetzt bekommt EU (Deutschland und Frankreich) die Rechnung. Die BRICS-Staaten sind da nicht so blöd.

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