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10.02.2015

15:03 Uhr

IWF-Kredite

Portugal will 14 Milliarden Euro zurückzahlen

Ebenso wie Irland würde Portugal vom Internationalen Währungsfonds gewährte Hilfs-Kredite gern schneller zurückzahlen. Das Land will in den nächsten zweieinhalb Jahren demnach 14 Milliarden Euro überweisen.

Portugal möchte Hilfskredite des IWF in Höhe von 14 Milliarden Euro gern schneller zurückzahlen. dpa

IWF-Kredite

Portugal möchte Hilfskredite des IWF in Höhe von 14 Milliarden Euro gern schneller zurückzahlen.

LissabonPortugal folgt dem Beispiel Irlands und will Hilfskredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) vorzeitig zurückzahlen. Es gehe um die Summe von 14 Milliarden Euro in den nächsten zweieinhalb Jahren, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums am Dienstag in Lissabon. Man habe einen Antrag bei den EU-Partnern eingereicht, die dem Vorhaben zustimmen müssen.

Im Januar hatte Finanzministerin Maria Luis Albuquerque betont, das Land habe dafür die nötigen Mittel. Kurz zuvor hatte die Regierung in Lissabon bei der Emission langlaufender Staatsanleihen 5,5 Milliarden Euro eingenommen.

Jugendarbeitslosigkeit in Krisenländern Europas

Frankreich

Die Perspektivlosigkeit von jungen Menschen ohne Job gilt in Frankreich als eine der größten Gefahren für den sozialen Zusammenhalt. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag zuletzt (Juni) bei 22,4 Prozent. Die Regierung von Präsident François Hollande finanziert mit Milliardenbeträgen Eingliederungsprogramme sowie sogenannte „Zukunftsarbeitsplätze“ für gering qualifizierte Jugendliche. Zudem wurde das System sogenannter „Generationenverträge“ geschaffen. Es bietet kleinen Unternehmen finanzielle Anreize, die sich gleichzeitig für den Nachwuchs und für alte Arbeitnehmer einsetzen.

Griechenland

Nach Angaben vom Mai sind in Griechenland 53,1 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job. Im Vorjahr waren es 59,6 Prozent. Die leichte Verbesserung liegt nach Angaben der Gewerkschaft des privaten Bereichs am boomenden Tourismus. In Griechenland sollen nach den Worten von Regierungschef Antonis Samaras in den kommenden Monaten 145.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Sie sollen mit Hilfe von EU-Mitteln und dem für 2014 erwarteten zaghaften Wirtschaftswachstum entstehen. In den nächsten Monaten sollen 600 Millionen Euro EU-Subventionen für neue Jobs – vornehmlich Ausbildungsplätze – nach Griechenland fließen.

Italien

43,7 Prozent der jungen Italiener sind arbeitslos, Schüler und Studierende nicht eingerechnet. Das nationale Statistikamt Italiens (Istat) sieht die Jugendlichen als „am stärksten von der Krise betroffen“. Der sozialdemokratische Regierungschef Matteo Renzi bemüht sich – bisher erfolglos – um eine Entspannung der Lage. Zeitarbeitsverträge sollen leichter verlängert, der Kündigungsschutz in den ersten drei Jahren ausgesetzt werden. So – und mit Steuererleichterungen – möchte er die Arbeitgeber entlasten. Durch EU-Gelder, 1,5 Milliarden in den kommenden zwei Jahren, erhofft sich Renzi eine bessere Grundlage zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit.

Spanien

Die Arbeitslosenquote beträgt in Spanien bei den unter 25-Jährigen 53,5 Prozent. Schon seit Jahren bezeichnen spanische Politiker aller Parteien die hohe Jugendarbeitslosigkeit als eines der größten Probleme. Dennoch geschah relativ wenig, um das Problem zu lösen. Die Regierung beschloss im Juli Hilfen für Unternehmer, die junge Leute einstellen. Politiker aus Deutschland warben in Spanien für eine Übernahme des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Die Traditionen des spanischen Bildungssystem verhinderten jedoch, dass diese Idee sich in größerem Umfang durchsetzen konnte.

Portugal hatte im Rahmen eines Euro-Hilfsprogramms ab 2011 rund 78 Milliarden Euro an Krediten erhalten. Dazu trug der IWF ein Drittel bei. Im vergangenen Jahr hatte Portugal den Rettungsschirm verlassen. Die vorzeitige Rückzahlung ist Bankexperten zufolge sinnvoll, weil sich das Land wegen der niedrigen Zinsen derzeit günstig am Kapitalmarkt refinanzieren kann.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Frau V. Preisser

10.02.2015, 18:37 Uhr

Liebe Portugiesen, liebe Iren,
ich möchte es gerne einmal sagen: Ihr habt Euch reformiert und auf vieles verzichten müssen in den vergangenen Jahren. Ich bin stolz auf Euch, dass Ihr Eure Zusagen eingehalten habt und nun sogar vorzeitig den Kredit zurückzahlen wollt! Ihr sollt wissen, dass wir alle durchaus sehen, dass Eure Reformen schmerzhaft für Euch sind und waren! Ich wünsche Euch, ganz besonders für Eure jungen Leute, dass Eure Wirtschaft floriert und es Arbeit für alle gibt. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, bilateral Eure Wirtschaft zu unterstützen? Lasst es uns wissen, Eure tolle Leistung muss belohnt werden!!!!

Frau Carmen Fischer

11.02.2015, 10:11 Uhr

Den IWF vorzeitig auszahlen ist eine tolle Idee, wenn die Aktion nicht "Rechte Tasche-Linke Tasche" wäre könnte man sich darüber freuen, doch wenn die EZB die Übernahme südlicher Staatsanleihen und ähnlicher Junkpapiere garantiert, dann könnten diese Länder nicht so tolle Krediete aufnehmen.

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