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21.05.2011

12:04 Uhr

IWF-Nachfolge

Steinmeier vermisst deutschen Kandidaten

Die Bundesregierung scheint Frankreichs Finanzministerin Lagarde als neue IWF-Chefin zu unterstützen. SPD-Fraktionsvorsitzende Steinmeier hingegen kritisiert das Fehlen eines deutschen Kandidaten.

Der SPD-Franktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier. Quelle: dpa

Der SPD-Franktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier.

Washington/New York/BerlinDeutschland wird wohl auf einen eigenen Kandidaten für den IWF-Chefposten verzichten. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte erneut deutliche Sympathie für einen Wechsel der französischen Wirtschafts- und Finanzministerin Christine Lagarde an die Spitze der Internationalen Währungsfonds (IWF). Merkel legte sich nach einer Vorstandsklausur der CSU im bayerischen Andechs am Samstag aber erneut nicht fest. „Frau Lagarde ist eine ausgezeichnete Persönlichkeit, mehr kann ich dazu zurzeit nicht sagen“, erklärte Merkel. Bereits am Freitag hatte Merkel ihre hohe Wertschätzung für die Französin betont, ohne sich auf sie als Kandidatin festzulegen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hingegen machte sich offensiv für seine französische Amtskollegin als neue IWF-Chefin stark. Mit ihr hätte Europa beste Chancen, den Posten wieder zu besetzen, sagte Schäuble der „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht vom Samstag. Das Handelsblatt hatte bereits am Donnerstag berichtet, dass alles auf die französische Finanzministerin zuläuft. „Christine Lagarde ist in der Sache und als Person hervorragend geeignet. Sie wird in der gesamten Finanzwelt überaus respektiert und geschätzt.“ Entscheidend sei jetzt aber vor allem, dass Europa in dieser Frage mit einer Stimme spreche.

Steinmeier vermisst Merkels Einsatz für deutschen IWF-Kandidaten

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier kritisierte in der Debatte über den künftigen IWF-Vorsitz die Bundeskanzlerin. „Es ist bemerkenswert, dass es Angela Merkel offenbar überhaupt nicht mehr in den Sinn kommt, einen deutschen Kandidaten ins Spiel zu bringen“, sagte Steinmeier in einem am Samstag veröffentlichten Gespräch mit „Spiegel Online“.

Die CDU-Vorsitzende sei mit ihrer Personalpolitik in Europa komplett gescheitert, erklärte Steinmeier. „Sie hat den deutschen Kandidaten für den EZB-Chefsessel, Axel Weber, brüskiert und keinen Ersatz gefunden.“ Deutschland stehe in den internationalen Gremien nun so schlecht dar wie selten zuvor.

Zu einer möglichen Kandidatur der französischen Finanzministerin Christine Lagarde für den Internationalen Währungsfonds äußerte sich Steinmeier verhalten. Lagarde sei „sicher im Feld der sechs bis acht Kandidaten, die ernsthaft diskutiert werden - aber das Feld ist größer.“ Klar sei für ihn, dass der nächste IWF-Chef aus Europa kommen müsse und nicht aus einem Schwellenland, sagte der SPD-Fraktionschef.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

21.05.2011, 10:37 Uhr

Ich bin für den chinesischen Finanzjogleur Chung Ei Weg.

MikeM

21.05.2011, 11:11 Uhr

... oder für den chinesischen Verkehrsminister Um Lei Tung

Account gelöscht!

21.05.2011, 11:41 Uhr

Ist da System dahinter? Axel Weber rausgeekelt, jetzt unterstützt die Regierung einen Franzosen?. Bloß kein Deutscher an den Schaltstellen der Macht? Ist in der Regierung schon jedem klar, daß der Euro den Bach runtergeht? Dann wäre es natürlich besser wenn kein Deutscher da führender Stelle wäre. Denn in einem sochen Fall würde natürlich ein - und nur ein - Schuldiger gesucht. Ist klar, die Deutschen wären mal wieder schuld. Aber ob diese Regierung wirklich so vorausschauend handelt, kann ich wirklich nicht glauben.

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