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05.04.2016

20:13 Uhr

IWF, OECD und Co. bei Merkel

Weltweiter Reformschub und neue Politik gefordert

Die Weltwirtschaft schwächelt und es gibt reichlich Risiken und Gründe für weitere Dämpfer. Grund genug für die Top-Wirtschaftsorganisationen, beim Treffen im Kanzleramt Reformen und entschlossenes Handeln anzumahnen.

IWF-Direktorin Christine Lagarde, Bundeskanzlerin Angela Merkel, OECD-Generalseketär Angel Gurria und Guy Ryder (v.l.), Generaldirektor der Arbeitsorganisation ILO, treffen sich im Kanzleramt in Berlin zum Gespräch. dpa

Vertreter von Wirtschafts- und Finanzorganisationen

IWF-Direktorin Christine Lagarde, Bundeskanzlerin Angela Merkel, OECD-Generalseketär Angel Gurria und Guy Ryder (v.l.), Generaldirektor der Arbeitsorganisation ILO, treffen sich im Kanzleramt in Berlin zum Gespräch.

BerlinDie führenden internationalen Finanz- und Wirtschaftsorganisationen haben die Staatengemeinschaft zu mehr Reform- und Wachstumsanstrengungen aufgefordert. Nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel am Dienstag in Berlin lobten die Spitzen von IWF, Weltbank, OECD, der Welthandels- sowie Arbeitsorganisation zwar die Anstrengungen „vieler“ Länder, Produktivität und Beschäftigung zu erhöhen und die Haushaltslage zu verbessern.

Dennoch seien zusätzliche Anstrengungen dringend geboten – vor allem im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit, für Strukturreformen sowie für eine „wachstumsfreundliche“ Konsolidierung. „Wir sind uns alle einig darin, dass entschiedene Maßnahmen und ein neuer Politikansatz notwendig sind“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung Merkels und der Organisationen.

Ehrgeizige Maßnahmen seien nötig – auf der Angebots- und der Nachfrageseite. Um die Produktivität zu beschleunigen, sei es entscheidend, Investitionen, Innovationen und die Digitalisierung voranzutreiben. Teil einer ehrgeizigen Reformagenda seien zudem Verbesserungen im Bildungs- und Gesundheitswesen.

„Das Ausmaß der Flüchtlingsströme ist ein globales Problem“, heißt es weiter. Begrüßt wird das „sehr starke Engagement“, die Krise durch ein umfassendes Paket an internationalen, europäischen, regionalen und nationalen Maßnahmen zu lösen: „Ziel ist es, die Zukunftsaussichten und Lebensbedingungen der Menschen in Krisenregionen zu verbessern und den beispiellosen Strom von Flüchtlingen signifikant und nachhaltig zu reduzieren.“

So viel geben Länder für Bildung aus

Große Spannweite

Die Kosten für Bildung pro Schüler oder Studierender sind von Land zu deutlich unterschiedlich: Die Spannweite reicht von umgerechnet rund 17.500 US-Dollar bis 3.300 US-Dollar jährlich. Die Angaben beziehen sich auf die Primär- bis Tertiärstufe und wurden im Bildungsbericht 2015 der OECD veröffentlicht.

Mexiko

Schlusslicht: Mexiko gibt am wenigsten für seine Schüler und Studierenden aus: 3.354 US-Dollar pro Jahr.

Chile

Die Kosten in Chile belaufen sich auf 5.134 US-Dollar pro Jahr.

Italien

Schlusslicht in Europa: Italien gibt 7.968 US-Dollar pro Schüler oder Studierender aus.

Frankreich

Frankreich hat jährliche Bildungsausgaben in Höhe von umgerechnet 9.529 US-Dollar pro Jahr und Schüler.

Deutschland

Deutschland ist mit 10.062 US-Dollar pro Jahr und Schüler im Mittelfeld bei den Bildungsausgaben.

OECD Durchschnitt

Durchschnittlich geben die OECD Länder 10.220 US-Dollar aus.

Großbritannien

Großbritannien hat jährliche Bildungsausgaben in Höhe von umgerechnet 11.254 US-Dollar pro Jahr und Schüler.

Japan

Japan gibt für Bildung jährlich pro Studierender 11.671 US-Dollar aus.

USA

Die USA lässt sich Bildung mit 14.770 US-Dollar pro Schüler jährlich kosten.

Schweiz

Spitzenreiter: Am meisten gibt die Schweiz für die Bildung seiner Schüler und Studierenden aus: 17.485 US-Dollar pro Jahr. Das ist fast so viel wie Italien und Frankreich zusammen.

Zu dem Gespräch im Kanzleramt kamen die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sowie Weltbank-Präsident Jim Yong Kim. Auch der Generalsekretär der Industrieländer-Organisation OECD, Angel Gurría, WTO-Chef Roberto Azevêdo und der Generaldirektor der Arbeitsorganisation ILO, Guy Ryder, nahmen daran teil.

Lagarde sagte, das weltweite Wirtschaftswachstum sei schwach und fragil: „Die Risiken am Horizont werden größer.“ Geopolitische Risiken blieben hoch, heißt es in der Erklärung. Lagarde sprach erneut von einem Dreifachansatz aus Geldpolitik, Strukturreformen und wachstumsfreundlicher Haushaltskonsolidierung.

Die Zahl der Arbeitslosen könnte 2016 aus Sicht der ILO um 2,3 Millionen steigen. Die WTO erwarte auch 2016 für den Welthandel ein bescheidenes Plus – ähnlich hoch wie der Zuwachs von 2,8 Prozent im Jahr 2015.

Von

dpa

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