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10.10.2014

15:48 Uhr

IWF-Tagung

Europa ist wieder das Sorgenkind

VonJan Hildebrand

Die Furcht vor einem Aufflammen der Krise in der Euro-Zone dominiert das IWF-Treffen in Washington. Über die richtigen Reaktionen auf die neuen Risiken herrscht große Uneinigkeit.

IWF-Chefin Christine Lagarde machte Wolfgang Schäuble (CDU) auf der IWF-Tagung Druck, den Sparkurs zu ändern. dpa

IWF-Chefin Christine Lagarde machte Wolfgang Schäuble (CDU) auf der IWF-Tagung Druck, den Sparkurs zu ändern.

WashingtonWenn Wolfgang Schäuble (CDU) unter Druck gesetzt wird, reagiert er mit beharrlicher Sturheit. Beim Treffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington wurde der deutsche Finanzminister fast stündlich aufgefordert, seinen Sparkurs zu lockern und die Investitionen zu steigern. Vor allem seine Duzfreundin und IWF-Chefin Christine Lagarde machte Druck, genauso der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi. Wie er den beiden denn entgegenkommen wolle, wurde Schäuble in Washington gefragt. „Ich bin nicht von morgens bis abends damit beschäftigt, jemanden zufriedenzustellen“, antwortete er spöttisch.
Dass die Erwartungen an Schäuble so hoch sind, macht vor allem eines deutlich: Europa ist wieder das Sorgenkind Nummer eins der globalen Finanzelite. Bei den vergangenen IWF-Treffen hatte man der Währungsunion noch große Fortschritte attestiert. Doch nun lassen die schwachen Konjunkturprognosen die Alarmglocken schrillen. Schon warnen einige in Washington vor einer Euro-Krise 2.0.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Die Grundstimmung hatte der Währungsfonds bereits zu Beginn des Treffens angestimmt: In einem Bericht korrigierte er die globalen Wachstumserwartungen nach unten – vor allem wegen einer überraschend schwachen Entwicklung in der Euro-Zone. Und mehr noch: Der IWF bezifferte das Risiko, dass die Währungsunion erneut in die Rezession rutscht auf bis zu 40 Prozent. Diese Wahrscheinlichkeitsrechnung gefällt Schäuble gar nicht, wird aber von vielen als realistisch eingestuft.

Während vor allem die USA dafür gepriesen werden, wie schnell sie durch expansive Fiskal- und Geldpolitik nach der Finanzkrise wieder zu robustem Wachstum fanden, sehen für Europa viele düster. Die wirtschaftliche Erholung in der Euro-Zone sei „zaghaft“, heißt es im Abschluss-Kommuniqué des IWF. Die europäische Wirtschaft sei in einem „ziemlich besorgniserregenden Zustand“, sagt etwa Axel Weber, Verwaltungsratschef bei der Schweizer Bank UBS und früher Bundesbank-Präsident. „Man findet einfach kein Wachstum“, attestiert Anshu Jain, Co-Chef der Deutschen Bank.
In Washington ging es nun um die Frage, wie Europa einen Rückfall in gefährliche Krisenzeiten verhindern kann. Eine Antwortet lautete: Es braucht Strukturreformen in den schwachen Ländern, allen voran in Frankreich und Italien. Dazu mahnten nicht nur Schäuble und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, sondern auch Draghi und Lagarde. Das ist immerhin ein kleiner Konsens, auf den sich alle in Washington einigen konnten. Auch im Abschluss-Kommuniqué findet sich die Mahnung zu Strukturreformen. Darauf verwies vor allem Schäuble. Schließlich ist es für ihn ein Erfolg, mahnt doch die Bundesregierung bereits seit Jahren zu Strukturreformen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

15.10.2014, 11:44 Uhr

Falsche Überschrift:
Südeuropa (inkl. Frankreich) ist wieder das Sorgenkind wäre korrekt! Dank des EUR-Systems werden aber auch zunehmend die gesunden nordeuropäischen Länder infiziert und ihre Bürger enteignet und in Altersarmut geschickt ... danke CDUSPD. Zum Glück gibt´s jetzt die neue Partei der Mittelschicht AFD

Account gelöscht!

15.10.2014, 11:44 Uhr

Falsche Überschrift:
Südeuropa (inkl. Frankreich) ist wieder das Sorgenkind wäre korrekt! Dank des EUR-Systems werden aber auch zunehmend die gesunden nordeuropäischen Länder infiziert und ihre Bürger enteignet und in Altersarmut geschickt ... danke CDUSPD. Zum Glück gibt´s jetzt die neue Partei der Mittelschicht AFD

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