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15.04.2016

18:30 Uhr

IWF zu Griechenland

Lösung der Krise auch ohne Schuldenschnitt möglich

Der IWF beteiligt sich bisher nicht an einem dritten Hilfspaket für Griechenland. Die Institution zweifelt unter anderem an den von Europa ausgegebenen Zielen – und fordert weitere Maßnahmen in der Steuerpolitik.

Griechenland schließt derzeit 55 Prozent seiner Bevölkerung über Freigrenzen von der Besteuerung bei der Einkommenssteuer aus. dpa

Alexis Tsipras

Griechenland schließt derzeit 55 Prozent seiner Bevölkerung über Freigrenzen von der Besteuerung bei der Einkommenssteuer aus.

WashingtonDer Internationale Währungsfonds (IWF) hält eine Lösung der Griechenland-Krise weiterhin auch ohne Schuldenschnitt für möglich. „Wir halten das für machbar“, sagte IWF-Europadirektor Poul Thomsen am Freitag bei der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington. Die Gespräche über einen Schuldenerlass seien mit den griechischen Behörden aber noch nicht geführt, sagte Thomsen. Erst müsse über Reformen gesprochen werden.

Der IWF beteiligt sich bisher nicht an einem dritten Hilfspaket für Griechenland in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro, das nach Auslaufen der bisherigen Hilfen im Juli fällig wird. Die Institution zweifelt unter anderem an dem von Europa ausgegeben Ziel eines griechischen Haushaltsüberschusses von 3,5 Prozent. IWF-Chefin Christine Lagarde bezeichnet dies als „langfristig unrealistisch“.

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Thomsen forderte von Griechenland weitere Maßnahmen in der Steuerpolitik. „Die Steuervermeidung geht immer weiter nach oben, die Steuereinnahmen gehen immer weiter nach unten“, sagte er.

Griechenland schließe derzeit 55 Prozent seiner Bevölkerung über Freigrenzen von der Besteuerung bei der Einkommenssteuer aus, in Portugal liege diese Quote bei zwei Prozent, EU-weit bei 18 Prozent. Der Steuerfreibetrag liege derzeit bei 9500 Euro und damit höher als in Deutschland, betonte Thomsen. „Was wir brauchen ist eine Verbreiterung der Steuer-Basis, indem wir die Freigrenze herabsetzen“, sagte Thomsen.

Von

dpa

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