Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2012

18:00 Uhr

IZA-Chef Zimmermann

Europa muss Arbeitsmärkte liberalisieren

VonChristoph Rabe

ExklusivDer Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) fordert, dass der neue Fiskalpakt auch die Beschäftigungsentwicklung berücksichtigt - denn Euro-Staaten müssten ihre Arbeitsmärkte reformieren und liberalisieren.

Der Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn, Klaus Zimmermann, spricht sich für eine Agenda für mehr Beschäftigung in Europa aus. dapd

Der Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn, Klaus Zimmermann, spricht sich für eine Agenda für mehr Beschäftigung in Europa aus.

DüsseldorfEuropa braucht eine Agenda für mehr Beschäftigung. Das schreibt der Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA),  Klaus F. Zimmermann, in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. „Die  Zukunft Europas entscheidet sich auf den Arbeitsmärkten“, so Zimmermann. „Auf keinem anderen Gebiet ist das Wirtschafts- und Wohlfahrtsgefälle zwischen den Ländern heute so dramatisch. Während Deutschland, Österreich und die Niederlande Vollbeschäftigung ansteuerten, wachse in Spanien, Griechenland und Italien eine Jugend ohne berufliche Perspektive auf. Deshalb sei nur zu begrüßen, dass Europas Regierungschefs auf ihrem nächsten Gipfel am 30. Januar die Beschäftigungspolitik in den Mittelpunkt stellen wollen.

Impulse könnten auf dem Arbeitsmarkt nur gesetzt werden, wenn er hinreichend flexibel und offen sei. „Eine wichtige Konsequenz wäre deshalb, im neuen Regelwerk des Stabilitäts- und Wachstumspakts nicht nur bessere Kontroll- und Sanktionsmechanismen für ausgeglichene Haushalte zu verankern, sondern ebenso Parameter für die Beschäftigungsentwicklung, für Innovation und Wachstum“, schreibt Zimmermann.

Die EU-Kommission brauche überzeugende Instrumente, damit die Euro-Staaten ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig verbessern und ihre Arbeitsmärkte reformieren - vor allem liberalisieren. Ein Anreizsystem sollte geschaffen werden, das insbesondere in den Krisenländern erkennbare und messbare Fortschritte beim Aufbau neuer Beschäftigung prämiert. Dabei müsse jedes Land seine eigene Reformstrategie entsprechend seinen spezifischen Bedingungen wählen.

So sei in den Euro-Krisenländern der Dienstleistungsanteil sehr hoch, und entsprechend abhängig sei die Wirtschaft von der Beschäftigungsnachfrage. Die deutsche Exportindustrie hingegen ist wegen ihrer Kapitalintensität nicht so abhängig vom Arbeitsmarkt. Andere Länder müssen vor allem ihre agrarischen Strukturen überwinden.

Europa muss seine Arbeitsmärkte demografiefest machen“, fordert Zimmermann. Dazu gehöre eine bessere Abstimmung im Bildungs- und Beschäftigungssystem, um Zukunftsbedarfe frühzeitiger zu erkennen. Um die Arbeitsmärkte zu entfesseln, sei es zentral, die Mobilität im europäischen Binnenmarkt mit seinen rund 500 Millionen Einwohnern deutlich zu erhöhen.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.01.2012, 18:44 Uhr

Ich hoffe nur daß dieser Herr nichts zu vermelden hat. Die Einkommen der arbeitenden Menschen in Deutschland sinken seit 20 Jahren, bei prekären Arbeitsverhältnissen zahlen die Steuerzahler den Gewinn der Unternehmer - wenn das die Zukunft ist?
Während der unternehmenschef Otto 10Mrd Euro in einem Jahr (2009 auf 2010 macht) krepieren seine MA bei Hermes, weil sie von 700€ keine Krankenversicherung zahlen können!

Die Liberalisierung bringt für die Menschen nur Elend und ein mieses Leben, lediglich einige Ganoven machen einen guten Schnitt.

Es wird Zeit das diese liberalen Spinner von der Bildfläche verschwinden. Vielleicht dienen solche Aussagen dazu, diesen Prozeß zu beschleunigen!

Scholz_und_Friends_meets_INSM

19.01.2012, 18:51 Uhr

Welchem Lobbyverband gehört dieser Direktor an, von wem wird sein Institut finanziert?

TNT

19.01.2012, 21:01 Uhr

IZA: Der Sklaventreiberverein und die Medien

Zur Erinnerung:
IZA-Direktor für Arbeitsmarktpolitik Hilmar Schneider regte im Febr. 2006 eine Versteigerung für Arbeitslose an (siehe Focus: http://is.gd/LuKZec).

IZA-Gründer Klaus F. Zimmermann, erklärter Gegner des Mindestlohnes, geriet in herbe Kritik aufgrund angeblicher Zensur und Verfälschung von DIW-Papieren, die nicht im Einklang mit seiner Position zum Fachkräftemangel standen (siehe: http://is.gd/QmCCzd). Seine Präsidentschaft am nicht minder einschlägigem „Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung“ (DIW) endete im Februar 2011. Beim IZA stolperte über seinen autokratischen Führungsstil und einer durch den Berliner Rechnungshof aufgedeckten Verschwendung von Fördergeldern in eine Höhe von ca. fünf Millionen Euro.

IZA-Präsident ist Klaus Zumwinkel (siehe: http://is.gd/NaQ8yV), ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutsche Post World Net und prominentester Steuerhinterzieher der Nation mit Konten in Liechtenstein. Der millionenenschwere Ex-Manager schleuste eine siebenstellige Summe am Fiskus vorbei und gefällt sich in der Rolle als Moralapostel und HartzIV-Fürsprecher.

Kurzum: Die drei repräsentierten den Typus des Neoliberalen, den man bei genauem Hingucken hinter fast jeder Medienkampagne und Studie für die Feudal-Presse entdecken kann.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×