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22.06.2015

12:22 Uhr

Ja zu Tsipras und zum Euro

Was denkt Griechenland?

VonMalte Buhse

Staatsbankrott und Grexit kommen immer näher, aber die griechische Bevölkerung steht laut einer Umfrage fest hinter ihrer Regierung. Die meisten wollen keine weiteren Zugeständnisse – und trotzdem im Euro bleiben.

Verhandlungen mit EU

Griechen fordern: Tsipras darf nicht nachgeben

Verhandlungen mit EU: Griechen fordern: Tsipras darf nicht nachgeben

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DüsseldorfViele Freunde hat die griechische Regierung nicht mehr. Die chaotische Verhandlungsführung von Finanzminister Yanis Varoufakis, die leeren Versprechen von Ministerpräsident Alexis Tsipras, die ständigen Drohungen von Verteidigungsminister Panos Kammenos – viele Politiker und Bürger in Europa sind gehörig genervt von Athen. Im eigenen Land jedoch sieht es völlig anders aus: Die eigene Bevölkerung steht weiter fest hinter der Tsipras-Regierung, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Das Meinungsforschungsinstitut „Public Issue“ hat in der vergangenen Woche rund 1000 repräsentativ ausgewählte Griechen per Telefon befragt – mit bemerkenswerten Ergebnissen.

Obwohl mehr als 40 Prozent der Griechen einen Staatsbankrott inzwischen für möglich halten, unterstützen sie die harte Haltung ihrer Regierung. 58 Prozent halten die Strategie und die Position der Regierung in den Verhandlungen mit der Euro-Gruppe und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) für richtig. 62 Prozent wollen, dass Tsipras und Varoufakis auf keinen Fall weiter nachgeben. Außerdem fordert ein Drittel, dass über ein Reformpaket, auf das sich Griechenland mit den Geldgebern einigen könnte, auf jeden Fall in einem Referendum abgestimmt werden sollte. Während Staatsbankrott und Bankenkollaps immer näher kommen, ist die Zustimmung zur Regierung in den vergangenen Monaten sogar noch gestiegen.

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Er hat es wieder getan: Mitten in die Stunden des wachsenden Optimismus schleudert Wolfgang Schäuble seine pessimistische Einschätzung in die Runde der Finanzminister. Inzwischen ist auch Kollege Juncker ernüchert.

Und doch will die Mehrheit der Griechen in der Euro-Zone bleiben. 63 Prozent finden, dass Griechenland vom Euro profitiert, und 65 Prozent würden in einem Referendum über einen Verbleib in der Währungsunion mit „Ja“ stimmen.

Gelöst werden soll der Streit um die Schulden nach Meinung der meisten Griechen vor allem durch einen Schuldenschnitt. 67 Prozent fordern, dass dem Land ein Teil der Staatsschulden erlassen werden. Wenn das nicht klappt, halten es inzwischen auch 22 Prozent der Griechen für eine Lösung, einfach keine Zinsen und Tilgungen mehr zu zahlen.

Auch deswegen hat Premier Tsipras, der weiterhin auf einen Schuldenschnitt besteht, hohe Zustimmungswerte: 74 Prozent der Griechen sind zufrieden mit seiner Arbeit. Anders allerdings sieht es bei Varoufakis aus. Der Ökonom hat in den vergangenen Monaten viel Vertrauen verloren, inzwischen sind nur noch 54 Prozent mit ihm zufrieden. Im Februar waren es noch 75 Prozent.

Kommentare (20)

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Herr Holger Narrog

22.06.2015, 12:31 Uhr

Eine bekannte türkische Verhandlungstaktik ist das "Tanzen" 2 Schritte vor und 1 zurück.

So haben die Griechen jetzt 5 Mrd. € "Einsparungen" angeboten. Ich nehme an ein erheblicher Teil ist heisse Luft. Die substantiellen Teile werden dann im parlamentarischen Verfahren, spätestens in der Ausführung zu heisser Luft.

So werden dann die dummen Gänse (IWF und D Politiker) nach und nach weich gekocht.

Die Griechen sind stolz auf Ihre Regierung und in Deutschland wählt man zu 90% Politiker die höhere Steuern versprechen.

Herr Heinz Mentor

22.06.2015, 12:46 Uhr

10 % MWST-Erhöhung auf "Grundnahrungsmittel" als Reformpunkt auf der gedultigen über Nacht zusammengeschriebenen Papierliste !
Das Volk in GR wird dankbar abnicken oder es werden Staatsgebäude brennen!
Brüssel hab dank, dass solche Punkte als Reformen gelten!
Und dazu das immer grösser werdende Unverständniss der Politiker, dass künftige Wahlen nicht das erdachte Ergebnis erreichen..wo leben wir eigentlich?

Herr Wilhelm .Herdering

22.06.2015, 12:49 Uhr


Wird der Grexit doch noch abgewendet?
Ich fände es schade, habe die Flasche Champanger für die Feier des
Grexit schon kalt gestellt.
Muss mir dann einen anderen Anlass suchen,
sie auszutrinken.

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