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25.08.2011

16:11 Uhr

Jackson Hole

Von Bernanke wird das Unmögliche erwartet

VonAstrid Dörner

Angesichts der Finanzkrise erwarten Investoren die Rede des US-Notenbankchef beim Bankertreffen in Jackson Hole mit haushohen Erwartungen. Sie hoffen auf ein weiteres Stimuluspaket - doch sie könnten enttäuscht werden.

US-Notenbank-Chef Ben Bernanke: Seine Worte an diesem Freitag werden die Märkte bewegen. AFP

US-Notenbank-Chef Ben Bernanke: Seine Worte an diesem Freitag werden die Märkte bewegen.

DüsseldorfLangsames Wirtschaftswachstum in den USA, eine sich ausweitende Schuldenkrise in Europa und mehrere Kursstürze an den Aktienmärkten - angesichts der angespannten Lage steigt der Druck auf Ben Bernanke. Investoren fordern ein neues Stimuluspaket von dem Chef der US-Notenbank und blicken gespannt auf Bernankes Rede, die er am Freitag beim Treffen der führenden Notenbanker in Jackson Hole halten wird.

Seit Tagen diskutieren Investoren und Ökonomen über ein neues Aufkaufprogramm für US-Staatsanleihen, das sogenannte Quantitative Easing oder kurz QE 3, da dies bereits die dritte Runde einer quantitativen Lockerung wäre. Die Hoffnung darauf, dass Bernanke die Geldpresse erneut anwerfen könnte, hat den US-Aktienmärkten zum Wochenbeginn bereits Auftrieb gegeben und den Dollar leicht geschwächt. "Die Märkte senden ein Signal an Bernanke und sagen: ‚Wir wollen QE 3 und wir wollen es diese Woche.' Die Aktienmärkte sind süchtig nach QE", sagte Keith Springer, Gründer des Finanzberaters Springer Financial Advisory dem Fernsehsender CNBC.

Bei der hochkarätig besetzten Tagung im vergangenen Jahr hatte Bernanke die zweite Runde QE angedeutet und damit die Märkte beflügelt. Doch Ökonomen warnen: Die Hoffnungen könnten dieses Mal enttäuscht werden, die Märkte einbrechen.

"Jetzt ist weder die richtige Zeit noch der richtige Ort für eine weitreichende Änderung in der Politik der Fed", schreibt Michael Hanson, Ökonom von Bank of America Merrill Lynch in einem aktuellen Bericht. Die Fed hatte erst vor wenigen Wochen ihren Ausblick für die US-Wirtschaft nach unten korrigiert und angekündigt, noch bis Mitte 2013 an der Nullzinspolitik festzuhalten.

Kommentare (5)

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donolli

25.08.2011, 17:22 Uhr

Ja, ja! Wie Drogensüchtige die nach mehr Stoff rufen, und Bernake ist der Dealer!Doch diesmal steht die Polizei (Tea-Party) um die Ecke und schaut! Keine Chance!

Account gelöscht!

25.08.2011, 17:55 Uhr

Die Probleme der Realwirtschaft kann man nicht mit viel Geld und billigen Krediten beseitigen.

Produktionen ohne Arbeitnehmer mit Lohneinkommen finden eben nur noch dort Absatz, wo Konsumenten über Kapitaleinkommen verfügen können.

Stefan-L-Eichner

25.08.2011, 18:57 Uhr

Rick Perry, Republikaner und Gouverneur hat vor kurzem in einer in der US-Presse viel beachteten und heiß diskutierten Rede Bernanke eindringlich gewarnt, noch mehr Dollars zu drucken und QE3 indirekt als Hochverrat bezeichnet.

Und China legt den USA in diesem Punkt sowieso die Daumenschrauben an und da sind sie auch gewiss nicht mehr alleine.

Ich halte es vor diesem Hintergrund für nahezu ausgeschlossen, dass die Fed QE3 bringen kann. Davon abgesehen würde es den USA nicht helfen. Das bringt die US-Wirtschaft nicht in Schwung, sondern nur das Casino.

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