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04.05.2013

16:26 Uhr

Jahrestagung

US-Waffenlobby feiert Sieg über Obama

Die US-Waffenlobby fühlt sich bei ihrer Jahrestagung stark wie lange nicht mehr. Präsident Obama ist mit seinem Wunsch nach strikteren Waffengesetzen vorerst gescheitert. Die Lobby spricht von einem „Kulturkampf“.

Treffen der Waffenlobbyisten: Dan Rooney von der Air Force spricht bei der Jahrestagung der NRA. ap

Treffen der Waffenlobbyisten: Dan Rooney von der Air Force spricht bei der Jahrestagung der NRA.

HoustonDie mächtige US-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) feiert bei ihrer Jahrestagung in Houston offen einen Triumph - die Niederlage der Initiative von Präsident Barack Obama für striktere Waffengesetze. „Dies ist nicht nur eine Schlacht um Waffenrechte“, sagte NRA-Vizepräsident James Porter zum Auftakt der Veranstaltung am Freitag in Houston nach Angaben von US-Medien. Beim Kampf um das Recht auf Waffentragen gehe es um mehr: Dies sei ein „Kulturkampf“. „Ihr in diesem Raum seid Freiheitskämpfer“, rief er den Teilnehmern zu.

„Wir werden in unseren Rechten und den Rechten aller gesetzestreuen Waffenbesitzer niemals zurückweichen“, sagte Wayne LaPierre, ebenfalls Vizepräsident der NRA. Rund 70 000 Menschen sind zu dem dreitägigen Treffen in die texanische Stadt gekommen.

Das NRA-Treffen in Houston ist das erste seit dem Massaker an einer Grundschule in Newtown im Dezember. Damals hatte ein Amokläufer 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen. Obama hatte daraufhin den Kampf für schärfere Waffengesetze zur Chefsache gemacht. Zeitweise sah es nach einem historischen Durchbruch aus, eine Einigung zwischen Demokraten und Republikanern schien greifbar nahe.

Doch dann scheiterte das Vorhaben. Ein Gesetzentwurf, der striktere Kontrollen von Waffenkäufern vorsah, wurde im Senat abgeschmettert - auch mit Hilfe von Demokraten. Dies war eine der schwersten Schlappen, die Obama bisher hinnehmen musste. Der Einfluss und Druck der Lobby auf einzelne Politiker galt als eine der Ursachen der Niederlage.

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Erst unlängst hatte ein Zwischenfall mit Schusswaffen in privater Hand Schlagzeilen in den USA gemacht: Ein Fünfjähriger im Bundesstaat Kentucky erschoss seine zweijährige Schwester mit einem Gewehr - es war seine eigene Waffe gewesen.

Sarah Palin, einstige Ikone der strikt konservativen Tea Party-Bewegung, lobte die NRA für ihre Unnachgiebigkeit. „Das Washingtoner Establishment verhöhnt euch, und ihr gebt nicht auf.“ Die jüngsten Massaker hätten führende Politiker in Washington dazu verleitet, eine Tragödie auszubeuten, um die Freiheiten gesetzestreuer Menschen einzuschränken, sagte sie nach einem Bericht von Sky News.

Amokläufe an amerikanischen Schulen und Universitäten

20. April 1999 - Littleton

Zwei mit Sturmgewehren bewaffnete US-Schüler töten in der Columbine High School in Littleton (Colorado) zwölf Mitschüler und einen Lehrer. Danach erschießen sich die Täter selbst.

21. März 2005 - Minnesota

Ein 16-Jähriger erschießt in einem Indianerreservat im US-Bundesstaat Minnesota zunächst seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin. Anschließend tötet er in der Red Lake High School fünf Schüler, einen Sicherheitsbeamten und eine Lehrerin. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei tötet sich der Junge selbst. Der Teenager war ein Hitler-Bewunderer mit Kontakten zu einer Neonazi-Gruppe.

12. Oktober 2006 - Pennsylvania

Der Fahrer eines Milchwagens erschießt im Bundesstaat Pennsylvania fünf Mädchen in einer Amish-Schule. Der 32-Jährige tötet die Kinder mit Kopfschüssen. Als Polizisten die Schule stürmen, bringt er sich um.

16. April 2007 - Blacksburg

Ein Amokläufer erschießt in der Technischen Universität in Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia 32 Studenten und Lehrkräfte. Beim Eintreffen der Polizei nimmt sich der 23 Jahre alte Englischstudent aus Südkorea das Leben.

10. Oktober 2007 - Cleveland

Ein 14-jähriger Schüler läuft in einer technischen Oberschule in Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) mit zwei Revolvern Amok. Er verletzt zwei Lehrer und zwei Mitschüler und erschießt sich dann selbst. Der jugendliche Amokläufer habe offenbar aus Zorn über einen Schulverweis zur Waffe gegriffen.

14. Februar 2008 - Illinois

Mitten in einer Vorlesung an der Northern Illinois University rund 100 Kilometer westlich von Chicago erschießt ein 27 Jahre alter Amokläufer am Valentinstag fünf Menschen und tötet sich anschließend selbst. Bis zum Frühjahr 2007 hatte er dort Soziologie studiert. Der offensichtlich psychisch kranke Täter trug auf den Armen Tätowierungen mit Horror-Motiven.

3. April 2012 - Kalifornien

Ein Amokläufer erschießt an einem christlichen Privatcollege in Kalifornien sieben Menschen. Der 43-Jährige ist ein ehemaliger Student in Oakland. Fünf Opfer sterben am selben Tag im Kugelhagel, zwei weitere erliegen später ihren Verletzungen.

Die NRA stützt ihren Kampf vor allem auf den sogenannten zweiten Verfassungszusatz, der das Recht der Amerikaner auf Waffentragen festschreibt. Erst vor Jahren hatte das Oberste Gericht dies nochmals bestätigt. Zudem hat die NRA ihre ganz eigene Logik. Sie betont immer wieder, gegen Kriminelle mit Waffen gebe es letztlich nur ein Mittel: Jeder Amerikaner müsse in der Lage sein, sich mit der Waffe zu verteidigen. Die Lobby schlägt deshalb bewaffnete Wachmänner an allen Schulen der USA vor. Umfragen zeigen allerdings, dass die Mehrheit der Amerikaner für striktere Waffengesetze ist.

Der republikanische Senator Ted Cruz sagte bei der Versammlung in Houston nach Angaben von NBC News, der Entwurf im Senat habe vor ein paar Monaten noch „wie ein unaufhaltsamer Güterzug“ ausgesehen. Aber Obama habe letztlich verloren. Cruz warnte die NRA-Mitglieder aber, dass Obama und seine Verbündeten bald einen neuen Versuch starten würden, eine Gesetzgebung zur Waffenkontrolle durchzubringen.

Von

dpa

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

04.05.2013, 16:44 Uhr

Obama ist gegen die Waffenlobby. Andererseits hat der Friedensnobelpreistraeger keine Skrupel per Drohne viele Menschen ohne jedes Rechtsverfahren hinzurichten und dabei auch noch andere Opfer als "Kolateralschaden" zu dulden. Ich denke (und hoffe), unsere Kultur unterscheidet sich von er US-Denke mittlerweile sehr.

Account gelöscht!

04.05.2013, 16:56 Uhr

Fragt sich nur, wie die Amis ihre etwas archaische Vernarrtheit in Waffen mit ihrer angeblich christlichen Einstellung verbinden? Auch sehe ich nicht, dass das Recht des Stärkeren oder besser Bewaffneten frei macht. Ich glaube manche Amis lügen sich hier selbst in die Tasche.

mandchurian-candidate@dynip.name

04.05.2013, 20:03 Uhr

Eben beim Frensehen kam mir eine neue Geschäftsidee: Bundeswehr Uniformen an die Taliban verscherbeln.

http://www.tvinfo.de/fernsehprogramm/sendung/196888820_exclusiv_-_die_reportage/detail
http://www.muzeum.gliwice.pl/en/radiostacja/

Dann sind die endlich so gut von Zivilisten zu unterscheiden wie beispielswiese der Vietkong!

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