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07.01.2015

22:52 Uhr

James Comey

FBI-Direktor sieht Beweise für Cyber-Angriff aus Nordkorea

FBI-Direktor James Comey ist sicher, dass Nordkorea für die Cyber-Attacke auf Sony verantwortlich ist. Dafür gebe es genügend Hinweise, auch aus vergangenen Vorfällen. Solch ein Angriff könnte wieder passieren.

FBI-Direktor James Comey ist zuversichtlich, dass die Cyber-Attacke auf Sony der nordkoreanischen Regierung zugeschrieben werden kann. Reuters

FBI-Direktor James Comey ist zuversichtlich, dass die Cyber-Attacke auf Sony der nordkoreanischen Regierung zugeschrieben werden kann.

New YorkDer FBI-Direktor James Comey zieht nicht in Zweifel, dass Nordkorea für den Hacker-Angriff auf Sony im Dezember verantwortlich war. Er sei sehr zuversichtlich, dass die Attacke korrekterweise der Regierung in Pjöngjang zugeschrieben wurde, sagte Comey am Mittwoch bei einer Konferenz über Sicherheit im Internet in New York. Die gesamte Geheimdienstgemeinde teile seine Einschätzung.

Die Hacker hätten über Proxy-Server versucht, ihre Identität zu verschleiern, sagte Comey. Manchmal seien sie aber „schlampig geworden“ und hätten Nachrichten geschickt, die auf IP-Adressen der nordkoreanischen Regierung zurückverfolgt worden seien. Zudem sei die eingesetzte Malware die gleiche, die auch bei einer Cyberattacke auf südkoreanische Banken im vergangenen Jahr eingesetzt worden sei.

Hungerland mit Atomwaffen

Einwohner und Fläche

Der abgeschottete Staat hat knapp 25 Millionen Einwohner und ist mit gut 120.000 Quadratkilometern etwa so groß wie die frühere DDR.

Militärmacht

Das mehrfach von Hungersnöten erschütterte Nordkorea unterhält mit mehr als 1,2 Millionen Soldaten eine der größten Streitkräfte Asiens.

Menschenrechte

Nordkorea zählt zu den Ländern mit den schwersten Menschenrechtsverletzungen. Die Zahl der politischen Gefangenen wird auf 200.000 geschätzt.

Diktatur seit 1948

An der Spitze der von einem Geflecht aus Arbeiterpartei und Militär beherrschten Diktatur stand bis zu seinem Tod der „Geliebte Führer“ Kim Jong Il. Unter der Führung seines Vaters Kim Il Sung war die „Demokratische Volksrepublik Korea“ 1948 gegründet worden. Seit einiger Zeit wurde Kim Jong Ils Sohn Kim Jong Un als Nummer drei der kommunistischen Dynastie aufgebaut.

Misswirtschaft und Hungerkatastrophe

Misswirtschaft ruinierte das an Bodenschätzen reiche Land. Die Industrieproduktion ging seit 1990 um mehr als zwei Drittel zurück. Die meisten Einwohner sind bitterarm. 1997 führte eine durch Unwetter, Missernten und Zwangswirtschaft ausgelöste Hungerkatastrophe zu einem Massensterben. Nach UN-Schätzung sind gegenwärtig sechs Millionen Nordkoreaner von Hunger bedroht.

Atomwaffen

Trotz der hungernden Bevölkerung haben Ausgaben für das Militär Vorrang. Internationale Besorgnis löste Nordkoreas Atomprogramm aus, das zusammen mit dem Raketenprogramm des Landes als Bedrohung in der Region gilt. Nordkoreas Propaganda berichtet von Fortschritten bei der Produktion von schwach angereichertem Uran. Die US-Regierung befürchtet, dass das Uran-Programm letztlich dem Bau von Atomwaffen dient. Für die Herstellung von Atomsprengköpfen muss hochangereichertes Uran vorliegen.

Weitere Details darüber, wie das FBI die Angreifer identifiziert habe, wollte Comey nicht nennen. „Denn es wird wieder passieren und wir wollen unsere Methoden und Quellen bewahren.“ Vor Comey hatte Geheimdienstdirektor James Clapper davor gewarnt, dass Nordkorea seine Angriffe fortsetzen werde, wenn die USA sich nicht wehrten.

Von

ap

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