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13.02.2004

14:42 Uhr

Jandarbijew soll bin Laden unterstützt haben

Tschetschenischer Ex-Präsident bei Attentat getötet

Der ehemalige tschetschenische Übergangspräsident Selimchan Jandarbijew ist am Freitag in Katar bei einem Attentat ums Leben gekommen. Die russische Regierung beschuldigte ihn, einer der Hintermänner der Geiselnahme im Moskauer Musicaltheater 2002 gewesen zu sein.

HB DOHA/DUBAI. Wie der arabische TV-Sender El Dschasira meldete, explodierte ein Sprengsatz neben Jandarbijews Auto, als er in Doha unterwegs war. Auch zwei Begleiter des Ex-Präsidenten seien getötet worden.

Jandarbijew lebte seit gut drei Jahren in der Hauptstadt des Golfstaats Katar im Exil. Die russische Staatsführung beschuldigt den Übergangspräsidenten, finanzielle Unterstützung aus der arabischen Welt für die Rebellen in Tschetschenien zu organisieren. Ihm wird unter anderem zur Last gelegt, einer der Hintermänner der Geiselnahme in einem Moskauer Musicaltheater im Oktober 2002 gewesen zu sein. Der 1952 geborene Jandarbijew war nach dem Tod des Tschetschenenführers Dschochar Dudajew im Jahr 1996 für mehrere Monate amtierender Präsident in Tschetschenien.

Jandarbijew ist der erste tschetschenische Separatist, dessen Name auf Drängen Russlands auf eine Liste der Vereinten Nationen (UNO) mit Gruppen und Personen aufgenommen wurde, die Verbindungen zur Extremisten-Organisation El Kaida von Osama bin Laden unterhalten sollen. Russland führt seit fast zehn Jahren einen Kampf gegen Separatisten in dem von Moslems dominierten Tschetschenien. Dabei sind bereits Zehntausende ums Leben gekommen. Jandarbijew war nach Einschätzung Russlands ein wichtiger Unterstützer islamischer Extremisten.

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