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13.01.2015

11:05 Uhr

„Je suis Nico“

Alle lachen über Sarkozy

Beim Trauermarsch in Paris tauchte Nicolas Sarkozy zeitweise in der ersten Reihe auf. Der Verstoß gegen das Protokoll brachte Frankreichs Ex-Präsidenten im Netz Hohn und Spott ein. Die schönsten Bildmontagen.

ParisWeil er beim großen Gedenkmarsch für die Anschlagsopfer in Paris entgegen dem Protokollplötzlich in der ersten Reihe mitmarschierte, ist Frankreichs Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy im Internet mit Spott und Häme überschüttet worden. Auf Montagen wurde sein Bild am Montag in zahlreiche berühmte Fotos hineinkopiert: So steht der konservative Politiker plötzlich neben François Mitterrand und Helmut Kohl, als beide Staatsmänner 1984 auf dem Soldatenfriedhof von Verdun Hand in Hand der Opfer der beiden Weltkriegegedenken – oder ist bei der Mondlandung dabei.

Andere Montagen zeigen den als sehr geltungsbedürftig geltenden Sarkozy auf dem berühmten Selfie mit zahlreichen Hollywood-Stars, das bei der Oscar-Verleihung im vergangenen Jahr aufgenommen wurde. Auch beim Fall der Berliner Mauer 1989, wo er hinter einem Mauerstück hervorlugt, und im Zeichentrickfilm „König der Löwen“ ist er in den Montagen zu sehen. Auf weiteren Spaßbildern steht er neben den Schauspielern der US-Sitcom „Friends“ oder inmitten der französischen Fußballnationalmannschaft, die 1998 die WM gewinnt und gerade den Pokal in die Höhe reckt.

Islamistischer Terror in Europa

Seit dem 11. September 2001

Seit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 gab es auch in Europa eine Reihe islamistischer Attentate. Manche Pläne konnten gerade noch vereitelt werden. Beispiele:

März 2004

Bei Sprengstoffanschlägen auf Pendlerzüge in Madrid sterben 191 Menschen, etwa 1500 werden verletzt.

2. November 2004

Der Filmregisseur, Publizist und Satiriker Theo van Gogh wird in Amsterdam auf offener Straße ermordet.

Juli 2005

Vier Muslime mit britischem Pass zünden in der Londoner U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

Juli 2006

Im Kölner Hauptbahnhof werden in zwei Zügen Bomben gefunden, die wegen eines technischen Fehlers nicht explodierten. Der „Kofferbomber von Köln“ wird zu lebenslanger Haft erurteilt.

Januar 2010

Gut vier Jahre nach der Veröffentlichung seiner Mohammed-Karikaturen in der Zeitung „Jyllands-Posten“ entkommt der dänische Zeichner Kurt Westergaard nur knapp einem Attentat.

9. März 2010

Selbstmordanschläge auf die Moskauer Metro mit 40 Toten und 84 Verletzten. Der tschetschenische Terrorist Doku Umarow bekennt sich.

Dezember 2010

Bei einem Sprengstoffanschlag in der Stockholmer Fußgängerzone stirbt der Attentäter. Hintergrund war vermutlich der Einsatz schwedischer Soldaten in Afghanistan.

März 2011

Ein Kosovo-Albaner erschießt am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer.

Januar 2011

Bei einem Selbstmordanschlag auf dem internationalen Moskauer Flughafen Domodedowo sterben mindestens 37 Menschen. Die Ermittler machen Islamisten aus dem Nordkaukasus verantwortlich.

Dezember 2013

Bei Selbstmordanschlägen in der russischen Stadt Wolgograd sterben 34 Menschen im Bahnhof und in einem Bus. Islamisten aus dem Nordkaukasus bekennen sich zu den Attentaten.

Mai 2014

Im Jüdischen Museum in Brüssel erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird der Mann festgenommen.

7. Januar 2015

Mordanschlag auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris. Zwölf Menschen fallen dem Anschlag zum Opfer.

13. November 2015

Bei mehreren Sprengstoffexplosionen im Pariser Stadtgebiet sterben 130 Menschen. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat bekennt sich zu dem Anschlag.

Sarkozy hatte am Sonntagzusammen mit zahlreichen hochrangigen Gästen aus aller Welt an dem Gedenkmarsch für die 17Todesopfer der Anschlagsserie in Paris teilgenommen. Fernsehbilder zeigen, wie Sarkozy vor Beginn des Demonstrationszugs ein Platz in der dritten Reihe zugewiesen wird - hinter seinem Nachfolger François Hollande und anderen mitlaufenden Staats- und Regierungschefs wie Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU), und hinter einer Reihe Personenschützer.

Später läuft Sarkozy plötzlich für kurze Zeit in der ersten Reihe mit, zusammen mitseiner Ehefrau Carla Bruni und neben dem malischen Staatschef Ibrahim Boubacar Keita. Hat sich Sarkozy vorgedrängelt, wie viele Medien spekulierten? Das Magazin „Paris Match“ schrieb online zunächst, Sarkozy habe sich auf dem Foto der Staats- und Regierungschefs „eingeladen“ - änderte dies aber später um und schrieb, der Ex-Präsident sei vom „Menschengewühl“ nach vorn gedrückt worden.

Von

afp

Kommentare (9)

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Herr Vittorio Queri

13.01.2015, 12:43 Uhr

@ Alle lachen über Sarkozy

Und über seine Spezialeinheit !

https://www.youtube.com/watch?v=bddibwfyxws

Herr Tom Thomas

13.01.2015, 13:37 Uhr

Wie konnte sich Sarkozy in die erste Reihe des Gedenkmarsches drängeln, wenn die Aufnahmen mit den Politikern in einer Nebenstrasse abseits des gemeines Volkes aufgenommen wurden? Im Anschluss haben sie die Herrscher wieder in ihren Palast bewegt. Solche Artikel zu veröffentlichen nachdem der mediale Schwindel aufgeflogen ist, zeigt ja wieder mal deutlich für wie dumm die Leser gehalten werden. Aber das ist vermutlich wieder die Vorgabe für die Berichterstattung rund um Charlie, denn wenn echter Journalismus betrieben werden würde, dann wären die Zeitungen voll mit Fragen über die Unstimmigkeiten an den 3 Tagen.

Herr peter Spirat

13.01.2015, 13:44 Uhr

"Der Islam gehört zu Deutschland" (A. Merkel)


Unser engster Alliierter in der arabischen Welt und bester Kunde für Waffen, das Regime in Saudi-Arabien, hat den Blogger Raif Badawi am Freitag öffentlich ausgepeitscht.

Er erhielt die ersten 50 Peitschenhiebe von 1000 als Strafe für das Betreiben einer Webseite, die sich für die freie Meinungsäusserung in Saudi-Arabien einsetzt.


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Warum liest man das nicht im HB??

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