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10.07.2012

07:38 Uhr

Jean-Claude Juncker

Der Ausputzer

VonRuth Berschens

Es drohte eine Vakanz auf einem der wichtigsten Posten der Eurogruppe. Doch das kann die Währungsunion sich nicht leisten. Also macht er alte Chef vorerst weiter - und wird dann von einer Art Doppelspitze abgelöst.

Die finnische Finanzministerin Jutta Urpilainen staunt nicht schlecht: Jean-Claude Juncker bleibt vorerst Chef der Eurogruppe. AFP

Die finnische Finanzministerin Jutta Urpilainen staunt nicht schlecht: Jean-Claude Juncker bleibt vorerst Chef der Eurogruppe.

BrüsselEr ahnt schon lange, dass es mit seiner Nachfolge Schwierigkeiten geben könnte. Dass er sein Amt als Euro-Gruppen-Vorsitzender gerne abgeben würde, das hat Jean-Claude Juncker schon mehrfach durchblicken lassen. Bloß - an wen? Diese Frage hat Luxemburgs Premierminister seinen Amtskollegen in der Euro-Zone mehr als einmal gestellt.

Eine Antwort darauf gibt es immer noch nicht - und den Verantwortlichen der Euro-Zone läuft die Zeit davon. Denn Junckers dritte Amtszeit an der Spitze der Gruppe der Euro-Finanzminister endet in einer Woche, am 17. Juli. Eine Vakanz auf diesem wichtigen Posten kann sich die Währungsunion nicht leisten. Schließlich treibt die Schuldenkrise gerade einem neuen Höhepunkt entgegen - mit einer Rettungsaktion für die spanischen Banken, extrem schwierigen Verhandlungen mit Griechenland und Rekordzinsen für die Staatsanleihen Italiens.

Dass die Regierungen sogar in dieser dramatischen Euro-Existenzkrise immer noch über den Posten streiten, dürfte vielleicht sogar Juncker überraschen. Dabei ist der 57-Jährige der Dienstälteste unter den 27 EU-Regierungschefs. Wer wie er seit 17 Jahren an EU-Gipfeln teilnimmt, macht sich über die europapolitische Entscheidungsfindung sicher keine großen Illusionen mehr.

Wie schwierig eine solche ist, das zeigt auch diese Spitzenpersonalie. Seit 2005 ist Juncker Chef der Euro-Gruppe. In seinem kleinen Luxemburger Amtssitz, der dem Rathaus einer Kleinstadt ähnelt, laufen die politischen Fäden der 17 Euro-Staaten seit Jahren zusammen.

Und das soll nun wohl auch noch eine Weile so bleiben - wahrscheinlich bis Jahresende. Bereits beim EU-Gipfel vor einer Woche hatte Frankreichs neuer Präsident François Hollande den Luxemburger gebeten, noch ein paar Monate länger auf seinem Posten auszuhalten. Mitten in der Krise leistet sich die Euro-Gruppe für das wichtigste Führungsgremium der Währungsunion einen Chef auf Abruf.

Der Ausputzer zu sein, dazu ist Juncker sogar bereit - allerdings unter einer Bedingung: Sein Landsmann Yves Mersch, Chef der Luxemburger Zentralbank, soll einen Platz im sechsköpfigen Direktorium der Europäischen Zentralbank bekommen. Darauf hat sich die Euro-Gruppe nun geeinigt.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

10.07.2012, 07:58 Uhr

Einer der Top-Lügner dieser Truppe, der längst hinter Gitter gehört: http://newsbote.com/politik/die-neuen-lugen-des-jean-claude-juncker/

MikeM

10.07.2012, 08:22 Uhr

Juncker, der Ausputzer??! Passender, und bewährter, ist doch die Bezeichnung: Juncker, der Lügner!

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