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20.10.2013

16:02 Uhr

Jean-Claude Juncker im Porträt

Einer der Großen in Europa – und in Luxemburg

Jean-Claude Juncker ist der dienstälteste Regierungschef in der EU: Seit 18 Jahren steht er in Luxemburg an der Spitze – und kämpft auch nach dem Bruch der Regierung dafür, dass dies so bleibt.

Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker vor seinem Amtssitz in Luxemburg: In der Europäischen Union will Juncker kein Spitzenamt mehr übernehmen – in seinem Heimatland aber sehr wohl. dpa

Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker vor seinem Amtssitz in Luxemburg: In der Europäischen Union will Juncker kein Spitzenamt mehr übernehmen – in seinem Heimatland aber sehr wohl.

LuxemburgJüngere Menschen können sich nicht daran erinnern, dass Luxemburg irgendwann einmal nicht von Jean-Claude Juncker regiert wurde. Seit 18 Jahren leitet Juncker die Geschicke des Großherzogtums, seit mehr als 30 Jahren hat er ein Regierungsamt. Bei EU-Gipfeln ist er der Erfahrenste, mit 58 Jahren aber nicht der Älteste. „Ich wollte nie Berufspolitiker werden. Aber ich kann vom Karriereverlauf her nicht abstreiten, dass ich das geworden bin“, sagt Juncker, der gleich nach seinem Jurastudium in Straßburg eine steile Karriere in der Christlich-Sozialen Volkspartei (CSV) begann.

Der Jurist ist er nicht nur im zweitkleinsten Land der EU die beherrschende Figur, sondern auch einer der ganz Großen der europäischen Politik. Als langjähriger Finanzminister – beide Ämter führte er viele Jahre in Personalunion – wurde Juncker vor allem zu einem Vater der Euro-Währung, als Vorsitzender der Eurogruppe von 2005 bis Anfang 2013 zum Krisenmanager der um ihre Existenz kämpfenden Gemeinschaftswährung.

Überzeugter Europäer sei er unter anderem deshalb, weil Luxemburg als kleines Land zwischen den beiden großen Nachbarn Frankreich und Deutschland ein besonderes Interesse am Frieden auf dem Kontinent habe – und eine besondere Fähigkeit zum Aushandeln von Kompromissen. „Wir sind Harmonisierer aus Berufung“, sagt der vielsprachige Juncker.

Als Sohn eines von deutschen Besatzern einst zwangsrekrutierten Hüttenwerkspolizisten verbrachte Juncker eigenen Angaben zufolge eine glückliche Kindheit „im Rhythmus der Schmelze“. Junckers Vater, in der christlichen Gewerkschaftsbewegung aktiv, hielt seinen Sohn schon als Kind an, Zeitung zu lesen und sich für Politik zu interessieren.

Die Sozialpolitik ist Juncker eine Herzenssache – und sie wird ihn auch im Fall seiner Wiederwahl weiter beschäftigen. Denn es geht dann nicht nur darum, Luxemburg angesichts des Informationsaustauschs über Zinseinkünfte als Finanzplatz zu sichern. Das Großherzogtum als eines der reichsten Länder der EU muss auch um seine Wettbewerbsfähigkeit kämpfen: Großzügige Rentenregelungen und automatische Gehaltserhöhungen stehen auf dem Prüfstand.

Juncker sagt, es sei wegen der Größe Luxemburgs kaum möglich, als Politiker „abzuheben“. Gelegentlich entspannt er bei Spaziergängen mit seinem von der Insel Samos stammenden Hund „Plato“. Wie er den Wahlsonntag begehe? „Ich werde morgens schlafen, zur Wahl gehen, essen, mich hinlegen und die dann eingetretene Lage möglichst vernünftig kommentieren“, sagt Juncker.

Von

dpa

Kommentare (1)

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sommer

21.10.2013, 11:24 Uhr

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