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08.03.2011

17:33 Uhr

Jemen

Demonstranten zwingen Schüler zur Teilnahme an Protesten

Die Proteste im Jemen haben bislang regierungstreue Gebiete erreicht. Dort forderten 10.000 Menschen den Rücktritt von Präsident Saleh. Laut Uno wurden dabei Schüler und Lehrer zur Teilnahme gezwungen.

Proteste im Jemen: Laut UN werden Kinder zu den Demonstrationen gezwungen. Quelle: dpa

Proteste im Jemen: Laut UN werden Kinder zu den Demonstrationen gezwungen.

SanaaIm Jemen haben die seit Wochen anhaltenden Proteste gegen Präsident Ali Abdullah Saleh am Dienstag auch bislang regierungstreue Gebiete des Landes erfasst. Demonstranten im Süden des Landes zwangen nach Angaben der Vereinten Nationen Schüler und Lehrer zur Teilnahme an den Kundgebungen, indem sie damit drohten, Schulen in Brand zu setzen.

In der rund 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Sanaa gelegenen Stadt Dhamar, eine Hochburg von Anhängern des Präsidenten, forderten Bewohnern zufolge rund 10.000 Demonstranten den Rücktritt von Saleh. Dabei flogen nach Angaben der Regierungspartei auch Steine. Demonstranten hätten einen Sitzstreik begonnen und wollten diesen erst nach einem Rücktritt Salehs beenden. Am Sonntag erst hatte in Dhamar eine ähnliche Anzahl von Menschen dem Präsidenten noch den Rücken gestärkt.

Die Vereinten Nationen warfen Demonstranten nahe der Hafenstadt Aden vor, Kinder für ihre Ziele zu instrumentalisieren. Eine Reihe von Schulen sei von Demonstranten angegriffen worden, berichtete das Kinderhilfswerk Unicef. Es sei angeblich damit gedroht gedroht worden, Schulen in Schutt und Asche zu legen, sollten Schüler und Lehrer nicht an den Protesten teilnehmen.

Die Opposition in dem verarmten Land hatte am Montag eine Ausweitung der Proteste gegen die seit 32 Jahren andauernde Herrschaft von Präsident Saleh angekündigt. Für Unmut sorgen Korruption und die steigende Arbeitslosigkeit. 40 Prozent der 23 Millionen Einwohner leben von umgerechnet zwei Dollar am Tag oder weniger, ein Drittel hat dauerhaft zu wenig zu essen.

Melonen für Politiker in Kuwait

Die Protestwelle in der arabischen Welt erreichte auch das ölreiche Golfemirat Kuwait. Eine kleine Zahl von Demonstranten forderte vor dem Parlament die Absetzung des Ministerpräsidenten und größere politische Freiheiten. Dabei verteilten sie Wassermelonen an Abgeordnete - im örtlichen Dialekt ist eine Wassermelone ein Wort für Dummkopf. Das Land, der viertgrößte Ölexporteur der Welt, wird seit rund 250 Jahren von derselben Herrscherfamilie regiert. Es gibt zwar ein Parlament, die Gründung von Parteien ist aber verboten.

In Bahrain erklärten derweil drei schiitische Gruppen, sich zu einer neuen Bewegung zusammengeschlossen zu haben mit dem Ziel, die Monarchie zu stürzen. Die schiitische Bevölkerungsmehrheit fühlt sich von der sunnitischen Königsfamilie benachteiligt. In den vergangenen Wochen kam es mehrfach zu Protesten.

Von

rtr

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