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07.10.2013

13:00 Uhr

Jemen

Getöteter Deutscher war Bundespolizist

Der im Jemen erschossene Leibwächter der deutschen Botschafterin war Mitglied der Bundespolizei. Die Diplomatin selbst war zu der Zeit nicht vor Ort. Die drei Täter flüchteten sofort. Bis jetzt fehlt jede Spur.

Bei einem Überfall auf den Supermarkt in Sanaa wurde der deutsche Leibwächter erschossen. dpa

Bei einem Überfall auf den Supermarkt in Sanaa wurde der deutsche Leibwächter erschossen.

BerlinDer im Jemen getötete Leibwächter der deutschen Botschafterin war ein Mitglied der Bundespolizei. Dies teilte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Montag in Berlin mit. Die Bundespolizei ist seit einiger Zeit für den Schutz von deutschen Auslandsvertretungen zuständig. Für Krisenländer wie den Jemen, Irak oder Afghanistan gibt es eine eigene Einheit, die sich um den Personenschutz von Botschaftern kümmert.

Der Leibwächter war am Sonntag bei einem Überfall in Jemens Hauptstadt Sanaa am Eingang eines Supermarkts von Unbekannten erschossen worden. Der Fernsehsender „Al-Yemen Al-Youm“ berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, dass drei bewaffnete Männer mit einem Auto vorgefahren seien und das Feuer auf den Deutschen eröffnet hätten. Der Mann sei von vier Schüssen getroffen worden. Anschließend seien die Täter geflüchtet.

Der Bundespolizist war für den Schutz der deutschen Botschafterin Carola Müller-Holtkemper zuständig, die erst seit kurzer Zeit auf Posten in Sanaa ist. Die Diplomatin hielt sich während des Überfalls aber nicht im Jemen auf.

Deswegen weist auch die Bundesregierung Berichte zurück, Müller-Holtkemper hätte entführt werden sollte. „Die Botschafterin war außer Landes. Deswegen ist ein Entführungsversuch gegen sie ausgeschlossen“, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts, Andreas Peschke, am Montag in Berlin.

Am Vormittag beriet in Berlin ein Krisenstab. Peschke ließ offen, ob die deutsche Vertretung möglicherweise abermals geschlossen wird. Nach seinen Angaben ist Müller-Holtkemper auf dem Weg zurück nach Sanaa. Die Botschaft war im Sommer aus Sicherheitsgründen bereits zwei Wochen lang geschlossen.

Kurz nachdem der Leibwächter erschossen wurde, entführten Unbekannte im Norden von Sanaa einen Mitarbeiter des UN-Kinderhilfswerks (Unicef) aus Sierra Leone. Nach Informationen der jemenitischen Nachrichtenwebsite „Barakish.net“ handelt es sich um die gleichen Männer, die zuvor den Deutschen getötet hatten. Dies wurde von offizieller Seite zunächst nicht bestätigt.

Von

dpa

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