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03.01.2010

10:23 Uhr

Jemen

Obama und Brown finanzieren Anti-Terror-Einheit

Die USA und Großbritannien wollen den Kampf gegen den Terror im Jemen verstärken. Präsident Barack Obama und Premierminister Gordon Brown haben vereinbart, eine Spezialeinheit zur Terrorabwehr der Regierung in Sanaa finanziell unterstützen, wie Browns Büro mitteilte. Nach Terrordrohungen des Netzwerkes El Kaida musste sowohl die amerikanische als auch die britische Botschaft im Jemen ihre Pforten für Besucher schließen.

US-Präsident Barack Obama (r.) und Großbritanniens Premier Gordon Brown. Reuters

US-Präsident Barack Obama (r.) und Großbritanniens Premier Gordon Brown.

SANAA/LONDON/WASHINGTON. Die Schließung der US-Vertretung gelte zunächst nur für diesen Sonntag, teilte die Botschaft auf ihrer Webseite mit. Als Grund wurden „Drohungen durch El Kaida auf der arabischen Halbinsel gegen amerikanische Einrichtungen im Jemen“ angegeben. Wann die Botschaft wieder geöffnet wird, war zunächst unklar. Auch Großbritannien musste seine Botschaft in Sanaa schließen. Es habe eine Drohung gegeben, berichtete die BBC. Die britische Botschaft selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die gemeinsame Finanzhilfe für Einsätze gegen den Terror sei mit dem Jemen abgesprochen, erklärte Browns Büro. In Washington äußerte sich ein hoher Regierungsbeamter zurückhaltend. Die Terrorabwehr der Polizei im Jemen werde schon jetzt finanziell unterstützt, hieß es im Weißen Haus. Die USA haben die Regierung in Sanaa im Rahmen des Anti-Terror-Programms im vergangenen Jahr mit 67 Millionen Dollar unterstützt. Großbritannien will dem Jemen im Jahr 2011 nach Angaben der Sprecherin mehr als 100 Millionen Pfund, umgerechnet rund 112 Millionen Euro, zur Verfügung stellen.

Der US-Top-General David Petraeus traf unterdessen mit dem jemenitischen Präsidenten Ali Abdallah Saleh zu einem Gespräch über verstärkte Zusammenarbeit beim Anti-Terror-Kampf zusammen. Wie der TV-Sender CNN am Samstag Ortszeit unter Berufung auf US-Regierungskreise berichtete, bot Saleh dabei weitere Hilfe seines Landes für amerikanische Anti-Terror-Aktionen an. Einzelheiten wurden nicht genannt. Petraeus, Kommandeur des Central Command für Nahost und Zentralasien, hatte erst kürzlich eine Verdoppelung der Militär- und Sicherheitshilfen für den Jemen versprochen.

El-Kaida-Mitglieder im Jemen sollen den versuchten Anschlag auf ein Passagierflugzeug in den USA finanziert haben. Die Regierung im Jemen stationierte nach Angaben aus Sicherheitskreisen Hunderte zusätzliche Einsatzkräfte in zwei Provinzen, die als Hochburg von El Kaida gelten. Die Organisation El Kaida auf der arabischen Halbinsel hat sich zu dem versuchten Anschlag am ersten Weihnachtstag auf ein US-Passagierflugzeug auf dem Weg von Amsterdam nach Detroit bekannt. Der aus Nigeria stammende Täter hielt sich im vergangenen Jahr im Jemen auf.

Der Täter habe sich dort offenbar El-Kaida-Terroristen angeschlossen, sagte Obama am Samstag. Diese hätten den 23-Jährigen ausgebildet, mit Sprengstoff ausgestattet und „angewiesen, das Flugzeug mit Ziel Amerika anzugreifen“, sagte der Präsident in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache. Washington werde seine Zusammenarbeit mit dem Jemen verstärken und Terroristen zur Verantwortung ziehen, kündigte Obama an. Der Leiter des Nationalen Zentrums für Terrorabwehr in den USA, Michael Leiter, erklärte am Samstag, Terroristen planten weitere Anschläge auf amerikanischem Boden.

Laut einem Zeitungsbericht wussten die britischen Sicherheitsbehörden bereits vor drei Jahren von wiederholten Kontakten des Detroit-Attentäters zu islamischen Extremisten. Terrorfahndern zufolge setzte sich Abdulmutallab während seiner Studienzeit in London von 2005 bis 2008 mehrfach mit Extremisten in Verbindung, die vom Geheimdienst MI5 beobachtet wurden, wie die „Sunday Times“ auf ihrer Internetseite berichtete. Die Informationen seien vor dem Anschlagsversuch des 23-jährigen Nigerianers auf ein US-Passagierflugzeug nicht an die amerikanischen Behörden weitergegeben worden. Mittlerweile hätten die britischen Behörden ihren US-Kollegen jedoch eine Akte über die Aktivitäten Abdulmutallabs in dieser Zeit ausgehändigt.

Kommentare (3)

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Alfred

03.01.2010, 12:42 Uhr

brown und Obama....da sind ja zwei wahre Lügenbarone zusammen.
Mir wird nur noch schlecht wenn ich tagtäglich diese Lügen in den Medien lese oder höre.
Wann wachen denn die Menschen endlich auf und jagen dieses Korrupte Politikerpack zum Teufel ?

OutdoorM65

03.01.2010, 15:29 Uhr

Ja richtig so - zeigen wir es den Terroristen. Solche Strolche müssen ausgeräuchert werden, dies hat man auch 1939 so gemacht beim grausamen Überfall auf den Sender Gleiwitz durch militante polnische bauern.

Welch ein Possenspiel vom Friedensnobelpreisträger und seinem Speichellecker.

AusderMitte

03.01.2010, 22:27 Uhr

Wirtschaftskrise, Schulden, Kurzarbeit, mehr Arbeitslose, Menschen mit Arbeit die auf den Staat angewiesen sind aber Millionen in Terrorbekämpfung ??? Was ist los ???


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