Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.04.2011

14:59 Uhr

Jemen

Panzer gegen Demonstranten

Mindestens ein Demonstrant soll im Jemen getötet worden sein, als das Militär mit Panzern gegen Protestler vorging. In mindestens 18 Städten haben die Demonstranten derweil das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt.

Demonstranten in Sanaa. Quelle: dpa

Demonstranten in Sanaa.

Sanaa In vielen Städten des Jemen haben Bürger mit einer Kampagne des zivilen Ungehorsams weite Teile des öffentlichen Lebens lahmgelegt. Augenzeugen zufolge blieben Schulen, Behörden und Geschäfte nach einem landesweiten Streikaufruf der Opposition in mindestens 18 Städten geschlossen. Trotz einer sich abzeichnenden Einigung setzten regierungskritische Demonstranten auch am Mittwoch ihren Protest gegen Präsident Ali Abdullah Saleh fort.

In der Hafenstadt Aden gingen Soldaten der Republikanischen Garde nach Angaben eines Aktivisten mit Panzern und schweren Waffen gegen Demonstranten vor, die dem Ausbruch des jemenitischen Bürgerkrieges von 1994 gedachten. Dabei sei mindestens ein Demonstrant getötet worden. Dutzende weitere wurden den Angaben zufolge verletzt.

Nach Angaben eines Sprechers der Streitkräfte kamen vor der Stadt Sindschibar zwei Soldaten ums Leben. Maskierte Männer griffen demnach einen Kontrollposten der Streitkräfte vor der Hauptstadt der Südprovinz Abjan an. Die Provinz gilt als Hochburg militanter Islamisten. Auch in Tais, der zweitgrößten Stadt des Landes, gingen am Mittwoch erneut zehntausende Regierungsgegner auf die Straße, die gegen den vom Golfkooperationsrat ausgehandelten Vermittlungsvorschlag protestierten.

Am Dienstag hatten zuvor Teile der Opposition ihre Zustimmung zum Vermittlungsvorschlag bekundet. Dieser sieht vor, dass Saleh seine Macht innerhalb von 30 Tagen an seinen Vize abgibt. Im Gegenzug sollen er und seine Familie Immunität vor Strafverfolgung erhalten.

Der Vorschlag hat die Opposition gespalten. Die Außenminister der sechs zum Kooperationsrat gehörenden Golfstaaten wollen am Sonntag in der saudischen Hauptstadt Riad zusammenkommen, um ein entsprechendes Papier auszuarbeiten.

Von

dapd

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×