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22.01.2015

19:45 Uhr

Jemen

Präsident und Regierung zurückgetreten

Die schiitischen Huthi-Rebellen kämpfen für mehr Macht im Jemen – und scheinen ihrem Ziel nun näher: Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die erst seit November amtierende Regierung geben auf.

Rücktritt in Jemen

Präsident Hadi gibt sich gegen Unruhen geschlagen

Rücktritt in Jemen: Präsident Hadi gibt sich gegen Unruhen geschlagen

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SanaaPolitisches Chaos im Jemen: Nach tagelanger Konfrontation mit den Huthi-Rebellen haben Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung am Donnerstag ihren Rücktritt eingereicht. Dies teilten Beamte in der Hauptstadt Sanaa mit. Es ist der Höhepunkt eines Machtkampfs mit den schiitischen Huthis, die im Herbst die Kontrolle über Teile des Landes und die Hauptstadt übernommen hatten.

Die Huthis hatten tagelang Hadis Haus und Amtssitz belagert und den Präsidenten zeitweise gefangen gehalten. Am Mittwochabend vereinbarten Präsident Hadi und die Huthis zwar ein Ende der Gewalt, und Hadi sagte den Rebellen mehr Einfluss zu. Doch wurde das Abkommen offenbar nicht eingehalten.

Östlich der Hauptstadt Sanaa wurde auch Donnerstag gekämpft, wie Stammesführer berichteten. Mindestens sechs Menschen seien getötet worden, darunter zwei Stammeskämpfer und vier Huthi-Rebellen. Es gab auch keine Anzeichen für die vereinbarte Freilassung des am Samstag entführten Stabschefs des Präsidenten, Ahmed Awad bin Mubarak.

Am Abend reichte dann zunächst Ministerpräsident Chaled Baha mit seinem gesamten Kabinett den Rücktritt ein. Er wolle nicht in den „Abgrund“ einer rechtlosen Politik hineingezogen werden, erklärte Baha auf Facebook. „Wir wollen nicht Teil dessen sein, was passiert oder was passieren wird.“

Wenig später gab auch Präsident Hadi sein Amt unter Druck der Huthis auf, wie es aus Militärkreisen hieß. Die Rebellen hätten ihn gedrängt eine Fernsehansprache zu halten, um die Menschen auf den Straßen zu beruhigen. Zuvor hatten Hunderte vor dem Präsidentensitz gegen die Rebellen demonstriert und Hadi ihrer Unterstützung versichert. Sie sprachen von einem Putsch.

Die schiitischen Rebellen fordern mehr Macht und Einfluss im Staat. Sie sind Vertreter einer schiitischen Minderheit, der Verbindungen zum schiitischen Iran nachgesagt werden. Die Mehrheit im Land sind Sunniten, auch der nun zurückgetretene Präsident Hadi. Das bitterarme Land auf der arabischen Halbinsel leidet seit dem Arabischen Frühling 2011 unter Unruhen und Konflikten.

Von

ap

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