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07.01.2010

11:55 Uhr

Jemen

Regierung verbittet sich US-Intervention

Die jemenitische Regierung will keine US-Militäroffensive auf ihrem Territorium. Stattdessen sollen die Amerikaner mit Knowhow aushelfen. Unterdessen wurden neue Details über das Vorleben des Detroit-Attentäters bekannt.

Sicherheitskräfte im Jemen: Regierung verbittet sich US-Invasion. dpa

Sicherheitskräfte im Jemen: Regierung verbittet sich US-Invasion.

Jemens Regierung lehnt bei der Bekämpfung der Extremisten-Organisation Al-Kaida ein direktes militärisches Engagement der USA im Land ab. „Nein, ich glaube nicht, dass wir das akzeptieren werden“, sagte der jemenitische Außenminister Abubakr al-Kirbi dem Nachrichtensender CNN auf die Frage, ob das Land eine direkte Intervention der USA zulassen würde. „Ich glaube, dass die USA von Afghanistan, dem Irak und anderen Orten gelernt haben, dass man sich durch eine direkte Intervention selbst eine Niederlage beifügen kann.“ Sein Land benötige im Kampf gegen Al-Kaida von den USA und anderen Verbündeten aber technisches Know-How, Ausrüstung und Geheimdienstinformationen.

Die jemenitischen Sicherheitskräfte müssten den Kampf gegen Al-Kaida allein aufnehmen, sagte der Minister weiter. Der Jemen geht nach eigenen Angaben seit mehreren Tagen mit Tausenden Soldaten in drei Provinzen gegen Al-Kaida vor. Das Land an der Südspitze der arabischen Halbinsel ist wegen des versuchten Anschlags auf ein Flugzeug in den USA in den Blickpunkt der internationalen Terrorismusbekämpfung geraten. Zu dem Attentatsplan eines Nigerianers hatte sich der jemenitische Al-Kaida-Flügel bekannt.

Unterdessen wurde bekannt, das der angeklagte junge Mann während seines Aufenthalts im Jemen Kontakt zu einem radikal- islamischen Prediger aus den USA gehabt haben soll. Die jemenitischen Sicherheitsbehörden teilten am Donnerstag mit, der 23-jährige Afrikaner habe sich mit dem Kleriker Anwar al-Awlaki getroffen. Der amerikanische Staatsbürger wird auch mit dem Amoklauf eines Militärpsychiaters auf einem Armeestützpunkt in Texas in Verbindung gebracht. Er soll bei einem Luftangriff auf Al-Kaida-Extremisten im vergangenen Monat ums Leben gekommen sein.

Der Jemen steht seit dem an Weihnachten nur knapp vereitelten Anschlag verstärkt im Fokus der Terror-Fahnder. Der Al-Kaida-Zweig in dem verarmten arabischen Land hatte sich zum Attentatsversuch bekannt und mit weiteren Anschlägen gedroht. Der 23-jährige Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab soll den Ermittlern zufolge eingeräumt haben, Ausbildung und Sprengsatz von der Gruppe erhalten zu haben. Er war am Mittwoch in den USA angeklagt worden.

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