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11.05.2011

19:41 Uhr

Jemen

Regierungstruppen erschießen Demonstranten

Jemenitische Sicherheitskräfte haben im Süden des Landes nach Angaben eines Aktivisten drei Demonstranten erschossen. Damit sind seit Beginn der Niederschlagung der Proteste mehr als 140 Menschen getötet worden.

Regierungsgegner haben in Sanaa Straßen und Plätze besetzt. Quelle: dpa

Regierungsgegner haben in Sanaa Straßen und Plätze besetzt.

SanaaZwei Demonstranten seien in der Stadt Tais erschossen worden, einer in der Stadt Damar, sagte der Aktivist Nuh al Wafi. Nach Angaben eines weiteren Aktivisten hatten Demonstranten nach den Todesfällen in Tais ein Polizeigebäude gestürmt, aus dem die Beamten gefeuert haben sollen. Einer der Polizisten sei von den Demonstranten festgenommen worden und der Staatsanwaltschaft übergeben worden, sagte Ghasi al Samai. Drei Regierungsgebäude seien gestürmt worden. Zudem hätten Demonstranten Reifen in Brand gesteckt. Auch in der Hafenstadt Aden und den Städten Hadramaut und Hodeida habe es Proteste gegeben.

In der Hauptstadt Sanaa gab es erneut eine Demonstration gegen Präsident Ali Abdullah Saleh. Regierungsgegner besetzten eine der Hauptverkehrsstraßen der Stadt, zusätzlich zu dem bereits seit Längerem besetzten Platz in der Nähe der Universität, der von den Demonstranten Platz des Wandels getauft wurde.

Mehr als 140 Menschen sind seit Beginn der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste durch Salehs Truppen getötet worden. Angesichts der Gewalt gegen Demonstranten sind viele ranghohe Mitglieder der Regierungspartei, Angehörige der Streitkräfte sowie Diplomaten zur Opposition übergelaufen.

Ölproduktion eingestellt

Am Dienstag hatte der Jemen angesichts der anhaltenden Unruhen seine Ölproduktion eingestellt. Allgemeine Instabilität, Streiks und Angriffe auf Pipelines zwängen die Regierung dazu, die Erdölförderung vorerst auszusetzen, teilte ein Sprecher des Ölministeriums mit. Kämpfer oppositioneller Stämme hätten in der Vergangenheit immer wieder die Durchfahrt von Tankwagen durch ihr Territorium verhindert und Pipelines angegriffen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Bislang hatte der Jemen rund 290.000 Barrel Öl am Tag gefördert. Im internationalen Vergleich handelt es sich dabei zwar um eine geringe Menge, die Einnahmen aus dem Ölgeschäft machen jedoch rund drei Viertel des Staatshaushalts aus.

 

Von

dapd

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