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12.05.2015

15:58 Uhr

Jemen

Saudi-Arabien will Luftschläge stoppen

Saudi-Arabien und seine Verbündeten wollen mit Luftschlägen die Huthi-Rebellen im Jemen zurückdrängen. Bei den Bombardements werden immer wieder auch Zivilisten getötet. Flugzeuge sollen 300 Tonnen Hilfsgüter liefern

Widersprüchliche Meldungen

Verwirrung: Wer kämpft im Jemen?

Widersprüchliche Meldungen: Verwirrung: Wer kämpft im Jemen?

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KairoWenige Stunden vor einer geplanten fünftägigen Waffenruhe haben Saudi-Arabien und seine Verbündeten ihre Luftangriffe auf die Huthi-Rebellen im Jemen fortgesetzt. Am Dienstagmorgen seien im Norden der Hauptstadt Sanaa drei Angriffe auf einen Armee-Stützpunkt geflogen worden, dessen Soldaten aufseiten der Rebellen stünden, berichteten Anwohner. Auch in der Hafenstadt Aden habe die von Saudi-Arabien geführte Allianz erneut Huthi-Stellungen bombardiert. Einheimische Milizen kämpfen dort und im gesamten Süden des Landes gegen die schiitischen Rebellen, die nach wie vor weite Teile des Landes kontrollieren.

Bereits am Montag wurden beim Beschuss einer Raketenbasis in Sanaa einer Meldung der Nachrichtenagentur Saba zufolge 90 Menschen getötet und 300 verletzt. Sollte sich die Zahl der Toten bestätigen, wäre es einer der schwersten Angriffe seit Beginn des Bombardements.

Gefechte im Jemen: Wer und was? (April 2015)

Die Huthis

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Früher unterdrückt, etablierten sie sich mit Beginn des Arabischen Aufstands ab 2011 als politische Kraft. Im September 2014 eroberten rund 30.000 Huthis die Hauptstadt Sanaa. Vor einigen Wochen setzten sie Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung ab. Auf der Seite der Huthis stehen beträchtliche Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Ali Abdullah Salih treu geblieben sind.

Präsident Hadi

Präsident Hadi flüchtete im vergangenen Februar in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er versucht weiterzuregieren. Der von den USA unterstützte Staatschef will einen Föderalstaat errichten - scheiterte aber an der Stärke der Huthis.

Ex-Präsident Salih

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih war über 30 Jahre Herrscher im Jemen. Nach Protesten musste er Anfang 2012 zurücktreten. Die USA werfen ihm vor, das Chaos geschürt zu haben. Die UN haben Sanktionen gegen ihn verhängt. Medien berichteten über Absprachen Salihs mit den Huthis. Saudi-Arabien gewährte Salih nach dessen Rücktritt Unterschlupf. Der reiche Golfstaat hat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten.

Der Iran

Der Iran versucht als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen. Experten vermuten, der Iran unterstütze die Huthis möglicherweise finanziell, habe aber - anders als im Falle der Hisbollah im Libanon oder der schiitischen Milizen im Irak - keinen operativen Einfluss auf sie.

Saudi-Arabien

Eine von Saudi-Arabien geführte regionale Militärallianz bombardiert seit Ende März 2015 im ganzen Land Stellungen und Waffenlager der Huthis und der Salih-loyalen Truppen. Riad sieht - anders als viele Nahost-Experten - in der Miliz der schiitischen Sekte einen „Klienten“ des Iran, der auf diese Weise die Kontrolle über den Hinterhof des sunnitischen Königreichs übernehmen wolle.

Al-Kaida

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten, die sich unter anderem zum Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ bekannten, galten bisher als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. In den vergangenen Monaten bekannten sich Extremisten und bisherige Al-Kaida-Anhänger zu der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert. Trotz einer sehr ähnlichen Ideologie ist der IS mit Al-Kaida verfeindet.

Am Dienstagabend soll um 22.00 Uhr MESZ eine Waffenruhe in Kraft treten, um die Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen zu können. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR stehen in Dubai Flugzeuge bereit, um 300 Tonnen an Hilfsgütern in den Jemen zu bringen, darunter Schlafmatten, Decken und Zeltplanen. Mehr als sechs Wochen nach Beginn der Luftangriffe, mit denen Saudi-Arabien und seine sunnitischen Verbündeten die vom Iran unterstützten Huthis zurückdrängen wollen, droht den Menschen im Land nach Angaben von Hilfsorganisationen eine Katastrophe. Der Jemen war schon vor den Kämpfen eines der ärmsten Länder der Welt. Der gewählte Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi hat sich nach Saudi-Arabien abgesetzt.

Von

rtr

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