Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2010

14:25 Uhr

Jemen

US-Botschaft wieder geöffnet

Die Gefahr eines Militärschlags im Jemen nimmt offenbar ab: Nach zwei Tagen hat die amerikanische Botschaft wieder geöffnet. Der Entscheidung ging die Tötung zweier Terrorverdächtiger voraus, die USA bezeichnen die Terrorgefahr weiterhin als ausgesprochen hoch.

Haupteingang der US-Botschaft in Sanaa: Nach zwei Tagen wieder geöffnet. dpa

Haupteingang der US-Botschaft in Sanaa: Nach zwei Tagen wieder geöffnet.

HB SANAA. Die aus Furcht vor einem Anschlag zwei Tage lang geschlossene US-Botschaft im Jemen hat am Dienstag wieder geöffnet. Die diplomatische Vertretung in Sanaa teilte mit, die Entscheidung folge der Tötung von zwei Al-Kaida-Anhängern durch jemenitische Sicherheitskräfte am Vortag, die Einfluss auf die Sicherheitsbedenken gehabt habe. Es habe glaubwürdige Informationen gegeben, dass möglicherweise ein Anschlag in der Hauptstadt geplant worden sei.

Die Botschaft warnte davor, dass die Gefahr von Anschlägen gegen US-Interessen weiter hoch bleibe. US-Bürger sollten in dem arabischen Land weiterhin Vorsicht walten lassen. Die diplomatischen Vertretungen Großbritanniens und Frankreichs im Jemen setzten ihre Arbeit fort, blieben aber für die Öffentlichkeit geschlossen.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte zuvor die Situation im Jemen als Bedrohung für die Stabilität der Region und der gesamten Welt bezeichnet. „Wir spüren globale Folgen durch den Krieg im Jemen und die Bemühungen der Al-Kaida, das Land als Basis für terroristische Angriffe weit über die Region hinaus zu nutzen“, sagte Clinton am Montag in Washington.

Der Jemen steht seit dem vereitelten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug an Weihnachten verstärkt im Fokus der Terror-Fahnder. Der Al-Kaida-Zweig in dem verarmten arabischen Land hatte sich zum Attentatsversuch bekannt und mit weiteren Anschlägen gedroht. Der Attentäter aus Nigeria soll den Ermittlern zufolge eingeräumt haben, Ausbildung und Sprengsatz von der Gruppe erhalten zu haben.

Experten befürchten, dass das Land wie Afghanistan zu einer Hochburg für radikale Muslime werden könnte. Der Regierung in Sanaa zufolge könnten sich bis zu 300 Al-Kaida-Kämpfer im Jemen aufhalten. Die USA und Großbritannien haben ankündigt, das Land im Kampf gegen Extremisten stärker zu unterstützen. Die jemenitische Regierung kämpft auch gegen andere Gruppen von Aufständischen.

Im sunnitischen Süden kommt es sporadisch zu Zusammenstößen mit Separatisten. Im Norden sind bei Gefechten mit schiitischen Kämpfern Hunderte Menschen ums Leben gekommen und Zehntausende vertrieben worden. Die dortige Huthi-Gruppe stieß im November auch in das Nachbarland Saudi-Arabien vor und zog damit den Öl-Produzenten in den Konflikt. Am Dienstag erklärten die Rebellen, bei mehreren Angriffen von saudiarabischen Kampfflugzeugen auf einen Markt seien zwei Menschen getötet worden. In den vergangenen drei Tagen starben damit den Angaben zufolge 16 Menschen durch saudiarabische Luftangriffe.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×