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11.02.2015

14:13 Uhr

Jemen

USA und Großbritannien schließen Botschaften in Sanaa

Nach der Machtübernahme der schiitischen Huthi-Miliz im Jemen haben die USA und Großbritannien ihre Diplomaten aus dem arabischen Land abgezogen. Frankreich will seine Botschaft in Sanaa am Freitag schließen.

Die USA und Großbritannien haben ihre Botschaften in der jemenitischen Hauptstadt bereits geschlossen. Reuters

Sicherheitskräfte vor der US-Botschaft in Sanaa

Die USA und Großbritannien haben ihre Botschaften in der jemenitischen Hauptstadt bereits geschlossen.

SanaaNach der Machtübernahme der schiitischen Huthi-Miliz im Jemen haben die USA und Großbritannien ihre Diplomaten aus dem arabischen Land abgezogen. „Am 11. Februar wurden die Botschaftsmitarbeiter außer Landes gebracht“, teilte das Außenministerium in Washington am Dienstag mit und rief alle US-Bürger zum Verlassen des Jemen auf. Frankreich will seine Botschaft in Sanaa am Freitag schließen, Deutschland kündigte noch keine derartigen Schritte an.

Die Huthi-Miliz hatte Ende Januar den Präsidentschaftspalast eingenommen und seitdem ihre Kontrolle über das Land ausgeweitet. Staatschef Abd Rabbo Mansur Hadi trat ebenso wie die gesamte jemenitische Regierung zurück und steht faktisch unter Hausarrest. Am Freitag verkündete die Huthi-Miliz die Auflösung des Parlaments und die Bildung eines sogenannten Präsidentschaftsrates, der für zwei Jahre eine Regierung bilden soll. Ein sogenannter Nationalrat soll das Parlament ersetzen.

Huthi-Anführer Abdelmalek al-Huthi suchte die Furcht vor Gewalt oder einem Kollaps der öffentlichen Ordnung am Dienstag zu beschwichtigen. „Angst ist unbegründet, die Sicherheitslage ist stabil“, sagte er in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache. Er hat den Westen schon mehrfach um Unterstützung für den Vormarsch seiner Miliz in sunnitische Gebiete des Landes gebeten, da es sich dabei um einen Kampf gegen Dschihadisten handele. Die USA bekämpfen Extremisten der sunnitischen Organisation Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQPA) bislang mit Drohnenangriffen.

Die USA kündigten den Abzug ihrer Diplomaten am Dienstag an, am Mittwoch folgte auch London: „Die Botschaftsbelegschaft ist einem erhöhtem Risiko ausgesetzt. Unser Botschafter und das Personal haben den Jemen am Morgen verlassen“, sagte ein Sprecher des britischen Außenministeriums.

Die französische Botschaft in der Hauptstadt Sanaa werde ab Freitag „übergangsweise“ geschlossen, teilte das Außenministerium in Paris mit. Aus Sicherheitsgründen wurden auch die etwa hundert Franzosen im Jemen aufgerufen, das Land „so bald wie möglich“ zu verlassen.

Die deutsche Vertretung wurde zunächst noch nicht geschlossen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, die Situation werde aufmerksam beobachtet. „Wir haben unsere bereits hohen Sicherheitsmaßnahmen laufend angepasst und werden dies im Lichte der weiteren Entwicklungen auch weiterhin tun.“

Von

afp

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