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01.04.2015

08:56 Uhr

Jemen vor Bürgerkrieg

Huthi-Rebellen kontrollieren wichtige Schiffsroute

Die Huthi-Miliz besetzt eine wichtige Schiffsroute zwischen Europa und Asien. Dennoch hält die Allianz um Saudi-Arabien eine Bodenoffensive nicht für notwendig. Ägyptens Staatschef hofft auf einen freiwilligen Rückzug.

Kampf gegen Huthi-Milizen

Tote bei Luftangriff nahe Flüchtlingslager im Jemen

Kampf gegen Huthi-Milizen: Tote bei Luftangriff nahe Flüchtlingslager im Jemen

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Sanaa/Riad/KairoTrotz der Luftangriffe Saudi-Arabiens und verbündeter sunnitischer Staaten haben die Huthi-Rebellen im Jemen strategisch wichtige Positionen am Golf von Aden besetzen können. Wie jemenitische Militäroffiziere am Dienstagabend sagten, könnten die schiitischen Aufständischen mit ihren schweren Waffen nun auch eine internationale Schiffsroute bedrohen, die zum Suez-Kanal führt und für den Handel zwischen Europa und Asien wichtig ist.

Konkret befinden sich die Huthis demnach in einem Gebiet namens Sabab und den Scheich-Said-Bergen nahe der Meerenge von Bab al-Manded. Diese Wasserstraße verbindet das Arabische Meer mit dem Suez-Kanal in Ägypten und ist eine stark befahrene Route für den Schiffsverkehr zwischen Europa und Asien.

Am Dienstagabend beschossen saudi-arabische Kampfjets nahe gelegene Inseln, heftiges Flugabwehrfeuer sei zu hören gewesen, hieß es. Weitere Details waren nicht bekannt. Die aus dem Norden stammenden Huthis kontrollieren seit ihrem Vormarsch gen Süden im vergangenen September mittlerweile große Teile des Landes.

Sie werden vom schiitischen Iran und dem früheren Präsidenten Ali Abdullah Salih sowie dessen Getreuen in Armee und Polizei unterstützt. Der jemenitische Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi, der zuletzt von Aden aus das Land zu regieren versuchte, floh vor den heranrückenden Huthis vergangenen Donnerstag nach Saudi-Arabien.

Nach Einschätzung der gegen die Huthi-Rebellen vorgehenden Militärkoalition ist derzeit keine Bodenoffensive notwendig. Ein saudi-arabischer Sprecher der von Riad angeführten Allianz sagte am Dienstag vor Journalisten, für eine „Landintervention“ gebe es derzeit keinen Anlass. Die Lage könne sich gleichwohl jederzeit ändern, fügte Brigadegeneral Ahmed Assiri hinzu.

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Vor knapp einer Woche hatten Saudi-Arabien und mehrere arabische Verbündete in dem Konflikt im benachbarten Jemen militärisch eingegriffen. Dort kämpfen die schiitischen Huthi-Rebellen gegen die Führung von Präsident Hadi.

Assiris Angaben zufolge fliegt die Allianz unter anderem Luftangriffe im Norden von Aden, um die Huthi-Rebellen am Vorrücken zu hindern. Ähnliche Einsätze im Norden des Landes sollen verhindern, dass sich die Aufständischen der saudi-arabischen Grenze nähern. Marineschiffe blockieren demnach außerdem die Seewege.

Nach tagelangen Luftangriffen der Militärkoalition hat der ägyptische Staatschef Abdel Fattah al-Sisi die Rebellen zur Kapitulation aufgerufen. „Die Stabilität des Jemens und die Sicherheit der Bevölkerung hängen von Euch ab“, appellierte al-Sisi am späten Dienstag in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache. Die Rebellen müssten „zum Wohl des Landes zurückweichen“.

Kommentare (1)

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Herr Thomas Melber

01.04.2015, 09:06 Uhr

Ich wußte nicht, daß die Huthis über Seestreitkräfte oder sonstige Wirkmittel zur Bekämpfung von Seezielen verfügen.

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