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26.10.2014

22:51 Uhr

Jerusalem

Unruhen bei Begräbnis von jungem Palästinenser

Ein Palästinenser fährt in Jerusalem in eine Bahnstation und tötet zwei Menschen. Er wird von Soldaten erschossen. Während seines Begräbnisses kommt es zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischer Polizei.

Ein maskierter Palästinenser tritt gegen einen brennenden Reifen: Während der Beerdigung eines 14-jährigen Jungen kommt es zu Krawallen zwischen Palästinensern und israelischer Polizei. ap

Ein maskierter Palästinenser tritt gegen einen brennenden Reifen: Während der Beerdigung eines 14-jährigen Jungen kommt es zu Krawallen zwischen Palästinensern und israelischer Polizei.

Jerusalem Beim Begräbnis eines von israelischen Soldaten getöteten Jugendlichen im Westjordanland ist es am Sonntag zu Krawallen gekommen. Junge Palästinenser warfen mit Steinen auf israelische Sicherheitskräfte, diese reagierten mit Tränengas. Angesichts der zuletzt gestiegenen Spannungen in der Region kündigte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen an.

In Jerusalem würden 1000 zusätzliche Polizisten und Mitglieder von Spezialeinheiten zum Einsatz kommen, sagte Netanjahu am Sonntag. In Jerusalem hatte vergangene Woche ein Palästinenser seinen Wagen in eine Bahnstation gelenkt. Dabei war ein drei Monate altes Baby getötet worden, am Wochenende erlag zudem eine 22-jährige Touristin aus Ecuador ihren Verletzungen. Der Palästinenser wurde erschossen und sollte unter strikten Sicherheitsvorkehrungen am Sonntagabend beerdigt werden. Ein israelisches Gericht hatte verfügt, dass bei der Zeremonie nur 20 Personen zugegen sein dürften.

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Zum Begräbnis des getöteten 14-Jährigen im Westjordanland kamen hingegen Tausende. Die Leiche des in den USA geborenen Jungen war in einen schwarz-weißen Schal und in eine grüne Flagge gehüllt und wurde von der Menschenmenge auf einer Bahre durch den Ort Silwad nahe Ramallah getragen. Die Zusammenstöße mit israelischen Soldaten ereigneten sich in einem anderen Teil der Stadt.

Nach Angaben des Militärs hatte der Junge gemeinsam mit anderen Steine auf die Soldaten geworfen. Diese hätten geschossen, um zu verhindern, dass auch eine Brandbombe auf sie geworfen werde, hieß es.

Der Tod des 14-Jährigen verschärfte die Spannungen, die durch die seit Monaten andauernden Unruhen in Ostjerusalem ohnehin groß sind. Netanjahu erklärte zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag, dass die abkommandierten Polizisten die Ordnung wiederherstellen würden. „Wir werden nicht zulassen, dass die Realität in der Stadt eine wird, in der Menschen Steine und Brandbomben werfen und die öffentliche Ordnung stören.“

Wegen der Spannungen in Jerusalem haben auch mehrere israelische Schulen ihre geplanten Klassenfahrten dorthin vorerst abgesagt. Die Stadt Tel Aviv teilte am Sonntag mit, man sei Bitten von Eltern gefolgt und habe die für diese Woche geplanten Fahrten verschoben. Denn diese hätten auch Stadtteile eingeschlossen, wo es jüngst zu Gewalt gekommen war.

Die Stadtverwaltung von Jerusalem erklärte daraufhin, Jerusalem sei eine „sichere und offene Stadt“ und eine Absage solcher Schulreisen würde nur denjenigen helfen, die versuchten den Frieden zu stören.

Von

ap

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