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27.06.2011

15:13 Uhr

Jiabao in London

Cameron buhlt um Chinas Gunst

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao wird in Europa wie ein Heilsbringer empfangen. Nach den Ungarn verspricht er auch den Briten engere Wirtschaftsbeziehungen. London nimmt dankbar an.

Der britische Premier David Cameron und sein chinesischer Amtskollege Wen Jiabao. Quelle: Reuters

Der britische Premier David Cameron und sein chinesischer Amtskollege Wen Jiabao.

LondonChina öffnet seinen Markt stärker für britische Unternehmen und will gleichzeitig noch mehr als bisher im Königreich investieren. Beim Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao schlossen die beiden Länder am Montag Handelsabkommen in Höhe von 1,4 Milliarden Pfund (1,6 Mrd Euro). Wen war in der Nacht zum Sonntag in Großbritannien eingetroffen und wurde am Montagabend in Deutschland erwartet. Wen und der britische Premierminister David Cameron bekräftigten ihre Pläne, ihr gegenseitiges Handelsvolumen bis zum Jahr 2015 zu verdoppeln.

Britische Firmen sollen künftig unter anderem in den Bereichen Architektur, Bauwesen und Forschung mehr Zugang zum chinesischen Markt bekommen und auch in den wachsenden Regionalstädten investieren können. China biete große Chancen für die britische Wirtschaft, sagte Cameron. Gleichzeitig seien die Mitarbeit und der Einfluss des Landes bei der Bewältigung globaler Probleme wie der Finanzkrise oder dem Klimawandel unabdinglich. Cameron hatte die stärkere Zusammenarbeit mit China bereits bei seinem Amtsantritt im Mai 2010 zu einem zentralen Ziel seiner Regierung erklärt. Seit einem Besuch des Premiers in China im vergangenen November sind die Exporte einem Bericht des Senders BBC zufolge um 20 Prozent gestiegen.

Kritische Stimmen, Großbritannien ignoriere aus wirtschaftlichen Gründen die Menschenrechtslage in China, wies Cameron zurück. Beide Länder führten einen offenen Dialog miteinander. „Wir sollten uns gegenseitig respektieren“, sagte Cameron. Er habe Wen auf die britische Perspektive hingewiesen, dass ökonomische und politische Entwicklungen Hand in Hand gehen müssten. China und Großbritannien sollten nicht „mit dem Finger auf sich zeigen“, sagte Wen. „Mit Blick auf die Menschenrechte sollten China und das Vereinigte Königreich sich gegenseitig akzeptieren, die Fakten berücksichtigen, einander als Gleiche behandeln.“

Unstimmigkeiten sollten im Dialog geklärt werden. „China strebt nicht nur wirtschaftliche Entwicklung an, sondern auch politische Strukturreformen und Verbesserungen der Demokratie und des Rechtsstaats.“

Von

dpa

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