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24.03.2012

04:34 Uhr

Jim Yong Kim

Der erste Weltbank-Präsident, der tanzen kann

VonNils Rüdel, Martin Dowideit

Als Universitäts-Präsident hat der Favorit für das Amt des Weltbank-Präsidenten Humor bewiesen und ist als Sänger und Tänzer aufgetreten. Doch auch fachlich gilt er als versiert, wie ein unterlegener Kandidat bestätigt.

WashingtonEs gehört nicht zwingend zu den Eigenschaften, die man als künftiger Chef der Weltbank mitbringen muss. Aber welcher der bisherigen Präsidenten und aktuellen Kandidaten ist schon cool? Jim Yong Kim, am Freitag von US-Präsident Barack Obama als Nachfolger von Robert Zoellick nominiert, leitet nicht nur die Eliteuni Dartmouth und ist ein weltweit anerkannter Mediziner. Er kann auch singen, rappen und tanzen. „The Time Of My Life“ in der Version der Black Eyed Peas hat er drauf, wie ein Youtube-Video einer Dartmouth-Feier zeigt (Video oben, ab 02:05). Bei einer Tanzeinlage zu „Thriller“ ist bei Kims Verrenkungen Michael Jackson zumindest zu erahnen.

Der 52-Jährige hat Fans im Kleinen – „Nachdem ich dieses Video gesehen habe, ist es sehr klar, dass er die beste Wahl ist“, schreibt einer bei Youtube – und im Großen: „Ich denke nicht, dass die Weltbank einen besseren Chef bekommen könnte“, sagte Obama am Freitag in Washington. „Kim hat große internationale Erfahrung.“ Außerdem hat er nicht nur einen Doktor in Medizin und einen weiteren in Anthropologie, er ist auch sportlich ein Überflieger. Mannschaftsführer des Football- und Basketballteams in der Schule sei er gewesen und auch seine Leistungen im Golfspielen seien exzellent. „Letzteres nehme ich ihm ein bisschen übel“, witzelte Hobby-Golfer Obama.

Top-Personalie: Obama nominiert Jim Yong Kim für den Weltbank-Chefposten

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Obama nominiert Kim als Weltbank-Chef

Präsident Obama nominiert Jim Yong Kim als Kandidat für den Weltbank-Chefposten.

Weitere Bewerber um den Chefposten sind die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala und der ehemalige kolumbianische Finanzminister José Antonio Ocampo. In der Nacht zum Samstag lief die Bewerbungsfrist aus. Da die Weltbank seit ihrer Gründung traditionell von einem Amerikaner geführt wird, während der Internationale Währungsfonds als Schwesterorganisation stets eine europäische Spitze bekommt, hat Kim durch die US-Nominierung beste Chancen auf das Präsidentenamt.

Kim, Amerikaner und gebürtiger Südkoreaner, ist ein weltweiter Experte in Sachen Gesundheitswesen, vor allem in Entwicklungsländern. Keine schlechte Voraussetzung für den Chefposten der Weltbank, deren Aufgabe es vor allem ist, solchen Ländern zu helfen. Er leitete ein entsprechendes Institut an der medizinischen Fakultät in Harvard, bei der Weltgesundheitsorganisation WHO war er Direktor für Aids-Bekämpfung. Als solcher beschäftigte er sich vor allem mit der Verbesserung von HIV-Behandlungen und Vorsorgeprogrammen. Kim ist zudem Mitbegründer der humanitären Einrichtung „Partners in Health“, die sich seit 25 Jahren für die medizinische Behandlung von Armen in der Welt einsetzt.

Zur Obama-Regierung hat Kim seit Jahren einen guten Draht. Im Juni vergangenen Jahres nannte er Finanzminister Timothy Geithner „einen der großen Söhne von Dartmouth“, als dieser als Gastdozent auftrat. Bei einem Dinner zu Ehren des südkoreanischen Präsidenten im Weißen Haus im Oktober saß Kim neben Außenministerin Hillary Clinton, berichtet die „New York Times“.

Kommentare (2)

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Frank

24.03.2012, 07:52 Uhr

Ein Arzt fuer ein krankes System?

Account gelöscht!

24.03.2012, 08:50 Uhr

interessant ist auch wie er abwechselnd als kanditat und dann schon als weltbankpräsident gehandelt wird, hatte mich neulich schon gewundert als die meldung kam obama ernennt neuen weltbankpräsidenten, da dachte ich mir wie kann er ihn ernennen, es gibt doch noch andere kandidaten? yes he can.

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