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28.02.2014

13:03 Uhr

Jobkrise

Arbeitslosigkeit in Euro-Ländern bleibt unverändert

Die Jobkrise in Europa verschlimmert sich nicht weiter, Besserung ist aber ebenfalls nicht in Sichtweite. Die Arbeitslosenquote ist seit Oktober 2013 unverändert. Besonders für die Jugendlichen ist die Lage schwierig.

Junge Demonstranten sitzen auf einem Platz in Madrid. Besonders für die Jugendlichen ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter schwierig. dpa

Junge Demonstranten sitzen auf einem Platz in Madrid. Besonders für die Jugendlichen ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter schwierig.

LuxemburgDie Arbeitslosigkeit in den Euroländern bleibt unverändert hoch. Im Januar 2014 waren 12,0 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter ohne Job. Damit ist die Quote seit Oktober 2013 unverändert, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg am Freitag mitteilte. Bis zum Jahresende gehörten zum Euroraum 17 Länder, seit der Einführung des Euro in Lettland sind es 18 Länder.

Insgesamt 19,175 Millionen Männer und Frauen waren im Januar im Gebiet der Gemeinschaftswährung ohne Arbeit, in allen 28 EU-Staaten zusammen waren es 26,231 Millionen. Die höchsten Quoten meldeten wie üblich Griechenland (28,0 Prozent nach jüngsten Zahlen vom November) und Spanien (25,8 Prozent im Januar). An dritter Stelle lag Kroatien mit 18,8 Prozent.

Die geringste Arbeitslosigkeit verzeichneten Österreich (4,9 Prozent), Deutschland (5,0 Prozent) und Luxemburg (6,1 Prozent). Die Bundesagentur für Arbeit hatte am Vortag für Deutschland eine Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent vermeldet. Die Zahl bezieht sich allerdings auf den Februar, zudem unterscheiden sich die Rechenmethoden der Statistiker von Eurostat und der Bundesagentur.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Überdurchschnittlich hoch bleibt die Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen. Zwar war die Jugendarbeitslosigkeit zum Jahreswechsel erstmal seit Monaten wieder gesunken. Dennoch bleiben viele junge Männer und Frauen ohne Job: In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen waren es im Januar in allen 28 EU-Ländern 5,556 Millionen Personen, davon 3,539 Millionen in der Eurzone. Die entspricht einer Quote von 23,4 Prozent für die gesamte EU und von 24,0 Prozent für den Euroraum.

Zumindest teilweise ist die hohe Quote allerdings den Methoden der Eurostat-Statistiker geschuldet: Sie klammern zum Beispiel Auszubildende und Studenten aus. Dadurch wird die Bezugsgruppe kleiner und jeder Arbeitslose fällt stärker ins Gewicht.

EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor beklagte die jüngsten Zahlen. Sie belegten „anhaltende Stagnation“ auf den europäischen Arbeitsmärkten. „Die Jobkrise in Europa verschlimmert sich nicht weiter, bleibt aber furchtbar.“ Andor mahnte die EU-Staaten zu verstärkten Reformanstrengungen und forderte eine lockere Geldpolitik.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

03.03.2014, 09:21 Uhr

Arbeitslos? Warum werden die Leute nicht gezwungen, wie in Deutschland zu Minilöhnen zu arbeiten? Die SPD sah und sieht diese Menschenverachtung immer noch als Erfolg!

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