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15.05.2017

13:40 Uhr

Journalisten „liquidieren“

Tschechischer Präsident irritiert mit Witz über Journalisten

Der tschechische Präsident Milos Zeman spricht bei einem Treffen mit Putin und vieler Journalisten von deren „Liquidierung“. In den sozialen Netzwerken sorgt die Sache für Aufregung. Putin bleibt natürlich gelassen.

Der tschechische Präsident Milos Zeman (l) sprach am Sonntag in Peking im Rahmen der Gipfelkonferenz zur „Neuen Seidenstraße“ mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Zeman hat versucht, seinen russischen Kollegen Putin mit einem makaberen Scherz zu beeindrucken. „Es sind zu viele Journalisten hier, man sollte sie liquidieren“, sagte der 72-Jährige vor einer Pressekonferenz. dpa

Milos Zeman und Wladimir Putin

Der tschechische Präsident Milos Zeman (l) sprach am Sonntag in Peking im Rahmen der Gipfelkonferenz zur „Neuen Seidenstraße“ mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Zeman hat versucht, seinen russischen Kollegen Putin mit einem makaberen Scherz zu beeindrucken. „Es sind zu viele Journalisten hier, man sollte sie liquidieren“, sagte der 72-Jährige vor einer Pressekonferenz.

PragDer tschechische Präsident Milos Zeman wollte wohl einen Witz machen, löste aber mit seinen Äußerungen über Journalisten Empörung aus. Vor einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in China kommentierte Zeman die Anwesenheit von Reportern und sagte, es seien zu viele und sie sollten „liquidiert“ werden. Putin entgegnete, es sei möglicherweise ausreichend, sie nur zu „reduzieren“.

Der kurze Austausch wurde von Fernsehmikrofonen eingefangen und in den sozialen Medien veröffentlicht. Der tschechische Außenminister Lubomir Zaoralek erklärte daraufhin, er halte die Äußerungen für unangebracht. Kulturminister Daniel Herman nannte Zemans Worte inakzeptabel. Und Ministerpräsident Bohuslav Sobotka teilte einen Tweet über die Zahl der Journalisten, die in den vergangenen Jahren in Russland angegriffen oder getötet wurden.

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Zemans Büro teilte mit, der Präsident habe lediglich einen Witz gemacht. Allerdings waren seine Beziehungen zu den Medien schon während seiner Zeit als Ministerpräsident von 1998 bis 2001 gespannt. Damals drohte er, eine Wochenzeitschrift zu vernichten, die seiner Regierung Intransparenz vorwarf. Nach seiner Vereidigung zum Präsidenten 2013 attackierte er schon am ersten Tag im Amt die Medien des Landes und warf ihnen vor, die öffentliche Meinung zu manipulieren.

Von

ap

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