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20.06.2013

03:07 Uhr

Julian Assange

Wikileaks will Snowden aus der Patsche helfen

Die Enthüllungen um US-Spionage im Internet stammten nicht von Wikileaks. Dennoch sagte dessen Gründer Assange, die Organisation engagiere sich für den Informanten Snowden. In einem weiteren Fall appellierte er an Obama.

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat seit einem Jahr Asyl bei der ecuadorianischen Botschaft in London. AFP

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat seit einem Jahr Asyl bei der ecuadorianischen Botschaft in London.

LondonWikileaks-Gründer Julian Assange hat an US-Präsident Barack Obama appelliert, die Ermittlungen gegen die Enthüllungsplattform einzustellen. „Präsident Obama sollte das Richtige tun“, sagte der 41-Jährige am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Journalisten, ehe ein Präzedenzfall geschaffen werde, der das Ende des investigativen Journalismus in den USA einläuten würde.

Mit der Anklage und dem Prozess gegen den Obergefreiten Bradley Manning, der Wikileaks vertrauliche Dokumente aus der Datenbank des US-Geheimdienstes zugespielt haben soll, wolle die US-Regierung die Weitergabe von Dokumenten an Journalisten „kriminalisieren“. Letztlich gehe es darum, investigativen Journalismus mit Spionage gleichzusetzen.

Zu den jüngsten Enthüllungen um US-Spionage im Internet sagte Assange, dass Wikileaks an Bemühungen beteiligt sei, für Edward Snowden in Island politisches Asyl zu erhalten. Der ehemalige US-Geheimdienstler hatte den Skandal um das Ausspähen des Internets durch den Inlandsgeheimdienst NSA ins Rollen gebracht.

Assange flüchtete sich vor einem Jahr in die ecuadorianische Botschaft in London. Ihm wird vorgeworfen, in Schweden sexuelle Straftaten begangen zu haben. Der Australier befürchtet, dass er in die USA ausgeliefert werden würde, sollte er die Botschaft verlassen und nach Schweden reisen, um zu den Vorwürfen befragt zu werden. In den USA warte bereits eine versiegelte Anklageschrift auf ihn, sagte der Wikileaks-Gründer am Mittwoch.

Die Aussichten auf eine Lösung des Falls sind derzeit gering. Ein Gespräch des britischen Außenministers William Hague mit seinem ecuadorianischen Kollegen hatte am Montag nur wenig gebracht. Nun soll eine Arbeitsgruppe Lösungen sondieren.

Von

dpa

Kommentare (9)

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substitutionalis

20.06.2013, 04:05 Uhr

Jetzt gibt es in der Botschaft von Equador offenbar schon einen exklusiven Perückendienst. So baut sich sukkzessive ein Cyperaeral gestrandeter Agenten und Enthüller weltweit auf. Dagegen ist der staubige Kleinagent VICARIO, der auch FRANK333 oder VANDALE heißt und darum ringt, vom HB bezahlt zu werden, um endlich von H4 und Aufgeld weg zu kommen, ein jämmerliches Staubhäuflein.

pool

20.06.2013, 07:49 Uhr

Die verdrehte Auffassung von Patriotismus ist nicht nur in den USA zu beobachten, sondern auch in der EU. Die schräge Haltung war stets eine Stütze der Tyrannis gewesen.
Die Demonstrationen in Spanien, Portugal, Griechenland und die Pressemeldungen, welche Merkel in ein rechtes Licht rückten, hätten die EU sprengen können. Aber nicht so der Michel, er war empört und verteidigte seine Schlächter, alles das, was ihm seit Jahr und Tag das Leben zur Hölle macht.

Snowden hat es schwer. Die wirklichen Patrioten haben es immer schwer.

Und was die AfD angeht, die braucht vor allem Aufkleber für die Strasse. Wer auf der Strasse unsichtbar ist, den gibt es nicht.

http://www.berliner-umschau.de/news.php?id=12249&title=AfD+zieht+in+sozialen+Netzwerken+etablierten+Parteien+davon&storyid=1371705555131

Account gelöscht!

20.06.2013, 07:59 Uhr

"Aber nicht so der Michel, er war empört und verteidigte seine Schlächter, alles das, was ihm seit Jahr und Tag das Leben zur Hölle macht."

genau meine Worte. solang der Michel was zu essen und Show hat, hält er die Schnauze.... Jetzt weiss ich auch, wie das mit dem Nationalsozialismus damals so einfach geschehen konnte. Obwohl, wen wunderts. Die SPD war damals wie heute planlos und man konnte nur radikaler werden.

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