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21.01.2013

16:26 Uhr

Juncker-Nachfolger

Dijsselbloem muss sich um Zypern statt um Schweine kümmern

Eigentlich war klar, dass Jeroen Dijsselbloem der Nachfolger von Jean-Claude Juncker als Eurogruppen-Chef werden soll. Doch die französische Regierung sperrte sich noch gegen die Berufung des Niederländers. Bis jetzt.

Jeroen Dijsselbloem bei seiner Ankunft in Brüssel. Reuters

Jeroen Dijsselbloem bei seiner Ankunft in Brüssel.

BrüsselFrankreich will die Wahl des Niederländers Jeroen Dijsselbloem zum neuen Eurogruppen-Chef nicht länger verzögern. Nach dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montagabend werde es „ohne Zweifel einen neuen Präsidenten geben“, sagte der Pariser Ressortchef Pierre Moscovici bei seiner Ankunft im Brüsseler Ratsgebäude. Dijsselbloem ist der einzige Kandidat für die Nachfolge Jean-Claude Junckers.

Am Donnerstag hatte Moscovici noch eine Verschiebung der Wahl auf Februar gefordert, weil Dijsselbloem seine „Vision“ für die Zukunft der Währungsunion noch nicht klar dargelegt habe. Das soll nun in der Sitzung am Montag nachgeholt werden: Er habe auf eine Debatte darüber gepocht und sei froh, dass diese stattfinde, sagte Moscovici.

Dijsselbloem ist ein Spezialist für Landwirtschaft, soll zuhause ein Pferd und Schweine halten. Doch die Zeit für sein Hobby wird bald knapp: Wenn er zum Chef der Eurogruppe gekürt wird, wird sich der 46-Jährige statt um Schweine vor allem um Griechenland, Spanien und Zypern kümmern müssen.

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Paris wollte die Berufung des unerfahrenen „Greenhorns“ aus Eindhoven noch verzögern, um ihn mehr auf die eigene Linie zu trimmen. Doch am Montag sei „mit keinen weiteren Torpedos aus Paris zu rechnen“, hieß es aus Ratskreisen. „Es geht alles seinen Lauf“, sagte auch Juncker bei seinem Eintreffen in Brüssel.

Zu seinem neuen Amt kommt Dijsselbloem wie die Jungfrau zum Kinde: Er ist studierter Agrarökonom, startete als „roter Ingenieur“ in die Politik, um die niederländische Sozialdemokratie zu erneuern. Zehn Jahre saß er im Parlament, kümmerte sich um Bildungs- und Migrationspolitik. Nach der Neuwahl in den Niederlanden saß er als Verhandlungsführer mit am Tisch und schmiedete die Koalition mit den Rechtsliberalen.

Dennoch galt es als Überraschung, als ihn Regierungschef Mark Rutte zum Finanzminister berief. Und nur drei Monate später soll der Lockenkopf die vielen Fäden in der Währungsunion zusammenführen und den Weg aus der Krise aufzeigen. Damit gehen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seine Kollegen ein Risiko ein.

Kommentare (7)

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Kopfschuetteln

21.01.2013, 17:03 Uhr

Zitat: Dijsselbloem ist ein Spezialist für Landwirtschaft, soll zuhause ein Pferd und Schweine halten.

Entspricht genau dem zu erwartenden Niveau für solche Posten.

Insider

21.01.2013, 17:40 Uhr

Zypern bekommt doch versteckte ELA-Kredite, hintenrum durch die EZB,also wozu das Geschrei...?!

RumpelstilzchenA

21.01.2013, 18:03 Uhr

Eine Euro_Ratte geht von Bord!

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