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15.12.2014

16:50 Uhr

Jungfernfahrt des Militärs

Indien mit eigenem atombetriebenem U-Boot

Indien schickt ein selbst gebautes atombetriebenes U-Boot zu Probefahrten aufs Meer. Die „INS Arihant“ startete am Morgen in Visakhapatnam. Im vergangenen Jahr hatte Indien einen eigenen Flugzeugträger gebaut.

Indische Armee bei der Arbeit: Das Militär des Subkontinents befindet sich im Wandel. ap

Indische Armee bei der Arbeit: Das Militär des Subkontinents befindet sich im Wandel.

Neu-DelhiDie indischen Streitkräfte haben erstmals ein im Land selbst gebautes atombetriebenes U-Boot zu Probefahrten aufs Meer geschickt. Die „INS Arihant“ sei am Montag aus dem Hafen Visakhapatnam ausgelaufen, während Helikopter darüber flogen, berichtete die indische Zeitung „The Hindu“ online.

Erst im vergangenen Jahr hatte die Atommacht einen ersten eigenen Flugzeugträger vom Stapel laufen lassen. Nun würden alle Systeme an Bord des U-Boots getestet, berichtete der indische Sender NDTV. Dann folgten Abtauchen und Waffenversuche.

Wenn alles nach Plan verlaufe, werde das Boot in zwei Jahren in die Flotte übernommen. Die „INS Arihant“ könne vier Raketen mit Nuklearsprengköpfen tragen, die eine Reichweite von 3500 Kilometern besäßen.

Die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen

Exporte

Die deutschen Ausfuhren nach Indien haben sich von 2000 bis 2010 nahezu vervierfacht. Im vergangenen Jahr wurden dort Waren „Made in Germany“ im Wert von 9,25 Milliarden Euro abgesetzt, ein Plus von 14,3 Prozent. In der Rangliste der wichtigsten Exportkunden Deutschlands nimmt Indien damit Platz 21 ein. Größter Verkaufsschlager sind Maschinen, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik und Fahrzeugen.

Importe

Schneller als die Exporte wachsen die Einfuhren aus Indien. Sie legten 2010 um mehr als ein Fünftel auf rund 6,2 Milliarden Euro zu. Dabei stehen Textilien und Bekleidung an Nummer eins, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik, Maschinen und Nahrungsmitteln.

Unternehmen

Mehr als 3000 deutsche Unternehmen sind in Indien tätig, zum Teil schon seit Jahrzehnten. Darunter befinden sich so große Konzerne wie Siemens, Bosch, SAP und BMW. Umgekehrt gibt es rund 300 indische Firmen in Deutschland, die knapp 13.000 Mitarbeiter zählen. Dazu gehören der Windenergieanlagen-Bauer Repower und der Arzneimittel-Hersteller Betapharm.

Wirtschaftswachstum

Die Aussichten der deutschen Wirtschaft auf einen Ausbau ihrer Geschäfte mit Indien sind gut: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt dem Schwellenland in diesem Jahr ein Wachstum von 8,2 Prozent und 2012 von 7,8 Prozent zu.

Derzeit betreibt Indien ein weiteres atombetriebenes U-Boot, das von Russland gekauft wurde. Hinzu kommen 14 dieselbetriebene U-Boote, die aber oft wegen Reparaturen ausfallen.

Von

dpa

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