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17.12.2015

16:44 Uhr

Justiz statuiert Exempel

WhatsApp in Brasilien blockiert

48 Stunden lang „keine Verbindung“ – jedenfalls per WhatsApp: Weil der Internetdienst die Herausgabe von Daten verweigert, sperrt ein brasilianisches Gericht allen Nutzern im Land den Zugang. Die Konkurrenz profitiert.

Brasilien gehört mit zu den stärksten Märkten für WhatsApp – umso empfindlicher dürften den Konzern die Maßnahmen treffen. Reuters

Starke Nutzung

Brasilien gehört mit zu den stärksten Märkten für WhatsApp – umso empfindlicher dürften den Konzern die Maßnahmen treffen.

Rio de JaneiroDer in Brasilien von Millionen Menschen genutzte Internetdienst WhatsApp ist landesweit für 48 Stunden blockiert worden. Damit will ein Gericht das Unternehmen zur Herausgabe von Daten in einem Kriminalfall bewegen. Seit der Nacht zu Donnerstag ist der Dienst lahmgelegt. Der Anbieter Telegram, über den mit einer Internetverbindung ebenfalls kostenlos Nachrichten verschickt werden können, verzeichnete nach eigenen Angaben über 1,5 Millionen neue Nutzer. Die Blockade war von einem Gericht in São Bernardo do Campo im Bundesstaat São Paulo angeordnet worden, die führenden Telefongesellschaften leiteten daraufhin die Sperrung ein.

Hintergrund ist ein Strafverfahren, in dem der Anbieter nicht kooperiert haben soll. Worum es genau geht, war zunächst unklar. Im Februar war eine landesweite Blockade noch von einer Berufungsinstanz zurückgewiesen worden. Damals ging es laut Medienberichten um die Herausgabe von Daten im Zusammenhang mit einem Pädophilie-Fall.

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg kritisierte die bisher beispiellose Blockade des zu seinem Unternehmen gehörenden Dienstes WhatsApp scharf. „Das ist ein trauriger Tag für Brasilien“, schrieb er auf seiner Facebook-Seite. „Brasilien ist bisher ein Alliierter gewesen bei der Schaffung eines offenen Internets.“ Es könne nicht sein, dass die Entscheidung eines Gerichts „jede Person in Brasilien bestraft, die WhatsApp benutzt“. Er sprach von über 100 Millionen Betroffenen.

Brasilien gilt als eines der Länder mit den meisten Nutzern des Dienstes, über den kostenlos Nachrichten, Fotos, Videos und Sprachmitteilungen versendet werden. Auch Telefonanrufe sind bei entsprechender Internetverbindung kostenlos in alle Welt möglich. WhatsApp hat die kostenpflichtige SMS-Kurznachricht weitgehend ersetzt. Weltweit sollen rund 900 Millionen Menschen WhatsApp nutzen. Facebook hatte den Dienst 2014 für rund 22 Milliarden Dollar gekauft.

Von

dpa

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