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18.07.2011

17:29 Uhr

Kabinettskarussel

Ägypten bekommt viele neue Minister

Ägyptens Übergangsregierung hat 14 neue Minister bekommen - dabei waren einige der Vorgänger gerade einen Monat im Amt. Auch Zahi Hawass, Minister für Altertümer, schied aus. Die Entscheidung bewirkte einen Aufschrei.

Zahi Hawass war als Minister für Altertümer sehr umstritten. Quelle: AFP

Zahi Hawass war als Minister für Altertümer sehr umstritten.

KairoAm Kabinettstisch in Kairo wechseln die Gesichter inzwischen so häufig, dass sich viele Ägypter die Namen der Minister nicht mehr merken können. Jetzt wurden wieder 14 neue Minister benannt, die in die Übergangsregierung von Ministerpräsident Essam Scharaf aufgenommen werden sollen. Nach Angaben ägyptischer Medien ernannte er unter anderem neue Minister für Finanzen, Transport, Gesundheit, Hochschulbildung, Telekommunikation, Außenhandel und Landwirtschaft.

Den umstrittenen Innenminister Mansur al-Essawi tauschte Scharaf nicht aus. Bereits am Samstag war Außenminister Mohammed al-Orabi, erst seit Juni im Amt, zurückgetreten. Er wurde durch Mohammed Amr ersetzt, der unter anderem als Botschafter in Saudi-Arabien gearbeitet hatte.

Schlecht ging das Ämterkarussell für Zahi Hawass aus. Der umtriebige Chef der Altertümerverwaltung war nach der Revolution im Februar kurzzeitig in Ungnade gefallen, dann aber zum Minister für Altertümer aufgestiegen. Jetzt soll der weltbekannte Archäologe mit dem Schlapphut seinen Platz räumen.

Einer seiner ehemaligen Mitarbeiter sagte der Nachrichtenagentur dpa, Hawass werde künftig kein öffentliches Amt mehr bekleiden, sondern sich der Forschung widmen. Sein Nachfolger soll Abdulfattah al-Banna werden.

Diese Entscheidung führte zu einem Aufschrei in ägyptischen Archäologenkreisen. Beamte drohten mit Streik und Rücktritt. Es sei eine Beleidigung für sie, unter einem so schlecht qualifizierten Minister zu arbeiten, sagten sie ägyptischen Medien. Wegen des Streits um Al-Banna wurde die ursprünglich für den Montagnachmittag geplante Vereidigung der neuen Minister vor dem Obersten Militärrat auf Dienstag verschoben.

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