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28.01.2016

11:15 Uhr

Kabinettsumbildung in Tokio

Japans Wirtschaftsminister stolpert über Korruption

Akira Amari soll Geld einer Baufirma angenommen haben. Daher tritt der japanische Wirtschaftsminister zurück. Für Ministerpräsident Abe ist das ein Rückschlag. Amari war eine der Schlüsselfiguren der „Abenomics“.

Dem japanischen Wirtschaftsminister kamen die Tränen, als er seinen Rücktritt ankündigte. dpa

Akira Amari

Dem japanischen Wirtschaftsminister kamen die Tränen, als er seinen Rücktritt ankündigte.

TokioDer japanische Wirtschaftsminister Akira Amari ist nach Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. Der 66-jährige Politiker, der einen Schlüsselposten im Kabinett von Ministerpräsident Shinzo Abe hatte, kündigte am Donnerstag unter Tränen seinen sofortigen Rücktritt an.

Der überraschende Schritt kam eine Woche, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, er habe 12 Millionen Yen (92.000 Euro) von einer Baufirma angenommen. Abe hat seit seinem Amtsantritt Ende 2012 bereits drei Minister in Korruptionsskandalen verloren.

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Amari wies am Donnerstag den Vorwurf zurück, das Geld in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Vielmehr habe er seinen Sekretär angewiesen, die Briefumschläge mit Bargeld gemäß den Regeln für Parteispenden zu behandeln. Die Firma habe sich geweigert, einen Teil des Geldes zurückzunehmen, woraufhin sein Sekretär rund drei Millionen Yen für seinen „Privatgebrauch“ verwendet habe, sagte der einflussreiche Politiker.

„Wir müssen so schnell wie möglich ein Paket von Gesetzen umsetzen für eine starke Wirtschaft und dabei alle Hindernisse vermeiden - ich werde keine Ausnahme sein“, sagte Amari. Die Wirtschaft sei nach 15 Jahren kurz davor, die Deflation zu überwinden.

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Der 66-Jährige ist eine der Schlüsselfiguren hinter der „Abenomics“ genannten Wirtschaftspolitik von Abe. Zudem leitete er die Verhandlungen über ein transpazifisches Freihandelsabkommen TPP unter Führung der USA, auf das sich kürzlich zwölf Pazifikanrainerstaaten geeinigt hatten.
Aufgedeckt hatte den Korruptionsskandal ein japanisches Nachrichtenmagazin. Regierungschef Abe hatte sich am Mittwoch noch hinter seinen Minister gestellt. Der Skandal könnte einen empfindlichen Dämpfer für Abe bedeuten. Im Sommer stehen Wahlen zum Oberhaus des Parlaments an.

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