Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.10.2012

08:18 Uhr

Kämpfe an der Grenze

Türkei erwidert erneuten Beschuss durch Syrien

Am Abend ist erneut eine Granate von syrischem Gebiet abgefeuert und in der Türkei eingeschlagen. Die Türkei reagierte mit Waffeneinsatz. Die internationale Gemeinschaft will eine Ausweitung des Konflikts vermeiden.

Beschuss aus Syrien

Video: Beschuss aus Syrien

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

IstanbulDas Nato-Mitglied Türkei ist nach eigenen Angaben zum zweiten Mal binnen weniger Tage unter Beschuss aus Syrien geraten. Das türkische Militär habe das Feuer erwidert, nachdem eine Granate im Süden des Landes eingeschlagen sei, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag den Gouverneur der Grenzprovinz Hatay. Am Mittwoch und Donnerstag hatte die Armee mit Vergeltungsschlägen auf einen syrischen Angriff reagiert, bei dem in einem türkischen Grenzdorf fünf Menschen getötet wurden. Sie bombardierte syrische Militärziele, mehrere syrische Soldaten wurden getötet.

Die Vorfälle schüren Sorgen, dass sich der zum Bürgerkrieg gewordene Aufstand gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zum regionalen Flächenbrand entwickeln könnte. "Wir wollen keinen Krieg, aber wir sind nicht weit davon entfernt", hatte Regierungschef Tayyip Erdogan am Freitag vor dem erneuten Beschuss in einer kämpferischen Rede auf einer Massenkundgebung in Istanbul gesagt.

Nach Angaben aus Ankara zog Syrien am Freitag Panzer und anderes militärisches Gerät von der Grenze zur Türkei zurück. Mit dem Rückzug wolle Syrien offenbar signalisieren, dass es keine Bedrohung ausüben wolle, verlautete aus diplomatischen Kreisen in Ankara.

Die Türkei verstärkte ihrerseits ihre Truppen an der Grenze. Erdogan machte deutlich, dass die Türkei auch in Zukunft auf Querschläger aus Syrien reagieren werde. "Ich fordere einmal mehr Assads Regime und dessen Anhänger auf: Versucht nicht die Geduld der Türkei zu testen, versucht nicht die Grenzen der Türkei zu testen", sagte Erdogan. Ein Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, stärkte Erdogan den Rücken und sagte, die Reaktion der Türkei auf die "aggressive Aktion der Syrer" sei gerechtfertigt gewesen.

Türkische Soldaten bewachen in Akcakale die Grenze zu Syrien. dapd

Türkische Soldaten bewachen in Akcakale die Grenze zu Syrien.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte am Donnerstag den ersten syrischen Angriff. Der Zwischenfall habe gezeigt, welch große Auswirkungen die Krise in Syrien auf die Sicherheit der Nachbarländer sowie Frieden und Stabilität in der Region habe, erklärte das Gremium. Es rief Syrien auf, die Souveränität und territoriale Integrität seiner Nachbarländer zu respektieren. Der Sicherheitsrat einigte sich auf einen Text, der auf Antrag Russlands in einigen Passagen abgeschwächt worden war. Das Land legte zunächst einen eigenen Entwurf vor, den die Westmächte ablehnten. Sie gingen aber später auf Bedenken der Vetomacht ein, die zusammen mit China bereits drei Syrien-Resolutionen zu Fall gebracht hat. Die Führung in Damaskus hatte sich für den Zwischenfall entschuldigt.

Kommentare (17)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rechner

05.10.2012, 20:30 Uhr

Ich würde vorschlagen daß Suadi-Arabien die Flüchtlinge aufnimmt.

Da kommen die Araber schließlich her.

Falls das den Saudis nicht paßt - einfach die Lieferung von Waffen und Terroristen einstellen - dann gibt's auch keine Flüchtlinge mehr.

hasstnicht

05.10.2012, 20:33 Uhr

Ja Syrien bzw. Assad ist böse. Wir wissen es! Böse böse böse. Verstanden. Gott sei dank nicht geglaubt. Man oh man. Diese Märchenhafte Verkörperung des "Bösen" hebeizureden ist eine Geschichte für Kinder. Das ist kein Batman Film oder so ein Quatsch. Klaaar, Assad legt sich mit der Welt an. Logisch. Wer so einen Unsinn glaubt ist ein...ja was solls Batman fan? (Badman?)

Cato

05.10.2012, 20:35 Uhr

Offenbar interessiert es niemanden sonderlich, schon gar nicht die Türken, ob die Granaten die türkisches Gebiet erreichen von syrischen Regierungstruppen oder von Rebellen abgeschossen werden.
Die syrische Regierung hat sich zumindest für den Einschlag entschuldigt und eine Untersuchung angekündigt.
Auch hier gilt der Satz cui bono.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×