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17.04.2015

19:43 Uhr

Kämpfe im Jemen

Deutschland lässt mehr als 100 EU-Bürger ausfliegen

Im Jemen kämpfen Huthi-Rebellen gegen die Unterstützer des geflohenen Präsidenten um die Macht. Eine Allianz arabischer sunnitischer Staaten fliegt Luftangriffe. Berlin hat mehr als 100 EU-Bürger aus dem Land geholt.

Die im Norden des Jemens beheimateten schiitischen Rebellen waren 2014 nach Süden vorgedrungen und hatten Sanaa sowie einige Provinzen eingenommen. dpa

Huthi-Rebellen

Die im Norden des Jemens beheimateten schiitischen Rebellen waren 2014 nach Süden vorgedrungen und hatten Sanaa sowie einige Provinzen eingenommen.

BerlinDeutschland hat angesichts der heftigen Kämpfe im Jemen mehr als 100 europäische Staatsbürger aus der Hauptstadt Sanaa ausfliegen lassen. Die Menschen aus Deutschland und anderen EU-Staaten kamen am Freitag sicher mit einer Chartermaschine einer jordanischen Fluggesellschaft in Dschibuti an, wie das Außenministerium in Berlin mitteilte. Das Ministerium dankte Saudi-Arabien, Dschibuti und Jordanien für die geleistete Unterstützung, gab aber keine Details dazu bekannt.

Im Jemen kämpfen schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Anhänger des früheren Präsidenten Ali Abdullah Salih gegen die Unterstützer des geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi um die Macht. Eine Allianz arabischer sunnitischer Staaten fliegt unter der Führung Saudi-Arabiens seit 26. März Luftangriffe, um die Huthis zu stoppen und Friedensverhandlungen zu erwirken.´

Gefechte im Jemen: Wer und was? (April 2015)

Die Huthis

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Früher unterdrückt, etablierten sie sich mit Beginn des Arabischen Aufstands ab 2011 als politische Kraft. Im September 2014 eroberten rund 30.000 Huthis die Hauptstadt Sanaa. Vor einigen Wochen setzten sie Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung ab. Auf der Seite der Huthis stehen beträchtliche Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Ali Abdullah Salih treu geblieben sind.

Präsident Hadi

Präsident Hadi flüchtete im vergangenen Februar in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er versucht weiterzuregieren. Der von den USA unterstützte Staatschef will einen Föderalstaat errichten - scheiterte aber an der Stärke der Huthis.

Ex-Präsident Salih

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih war über 30 Jahre Herrscher im Jemen. Nach Protesten musste er Anfang 2012 zurücktreten. Die USA werfen ihm vor, das Chaos geschürt zu haben. Die UN haben Sanktionen gegen ihn verhängt. Medien berichteten über Absprachen Salihs mit den Huthis. Saudi-Arabien gewährte Salih nach dessen Rücktritt Unterschlupf. Der reiche Golfstaat hat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten.

Der Iran

Der Iran versucht als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen. Experten vermuten, der Iran unterstütze die Huthis möglicherweise finanziell, habe aber - anders als im Falle der Hisbollah im Libanon oder der schiitischen Milizen im Irak - keinen operativen Einfluss auf sie.

Saudi-Arabien

Eine von Saudi-Arabien geführte regionale Militärallianz bombardiert seit Ende März 2015 im ganzen Land Stellungen und Waffenlager der Huthis und der Salih-loyalen Truppen. Riad sieht - anders als viele Nahost-Experten - in der Miliz der schiitischen Sekte einen „Klienten“ des Iran, der auf diese Weise die Kontrolle über den Hinterhof des sunnitischen Königreichs übernehmen wolle.

Al-Kaida

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten, die sich unter anderem zum Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ bekannten, galten bisher als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. In den vergangenen Monaten bekannten sich Extremisten und bisherige Al-Kaida-Anhänger zu der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert. Trotz einer sehr ähnlichen Ideologie ist der IS mit Al-Kaida verfeindet.

Die im Norden des Jemens beheimateten schiitischen Rebellen waren 2014 nach Süden vorgedrungen und hatten Sanaa sowie einige Provinzen eingenommen. Als sie Ende März vor der Hafenstadt Aden im Süden standen, floh Hadi nach Saudi-Arabien.

Von

ap

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