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07.04.2015

11:25 Uhr

Kämpfe im Jemen

Unicef beklagt Tod von 74 Kindern

Der Jemen kommt nicht nur Ruhe: Im Süden des Landes lieferten sich Kämpfer der Huthi-Miliz und Anhänger von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi schwere Gefechte. Erneut kamen zahlreiche Menschen ums Leben.

Die Hafenstadt in Südjemen ist unter Beschuss. AFP

Trümmer in Aden

Die Hafenstadt in Südjemen ist unter Beschuss.

AdenBei den Kämpfen im Süden des Jemen sind in der Nacht zu Dienstag mindestens 18 Menschen getötet worden. In Aden lieferten sich Kämpfer der Huthi-Miliz und Anhänger von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi heftige Gefechte, wie aus Kreisen der Rettungskräfte und des Militärs verlautete. Sechs Rebellen und vier Kämpfer der Hadi-treuen Volkskomitees wurden den Angaben zufolge getötet. Den paramilitärische Verbänden sei es bei den Kämpfen gelungen, Teile des zentralen Viertels Al-Moalla wieder unter ihre Kontrolle zu bringen, berichteten Augenzeugen.

Einwohnern zufolge beschossen Kampfschiffe der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition Stellungen der Rebellen in der Hafenstadt. In der östlich von Aden gelegenen Provinz Abjan wurden nach Angaben des Gouverneurs acht Huthi-Rebellen getötet, als sie in einen Hinterhalt von Stammeskämpfern gerieten.

Gefechte im Jemen: Wer und was? (April 2015)

Die Huthis

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Früher unterdrückt, etablierten sie sich mit Beginn des Arabischen Aufstands ab 2011 als politische Kraft. Im September 2014 eroberten rund 30.000 Huthis die Hauptstadt Sanaa. Vor einigen Wochen setzten sie Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung ab. Auf der Seite der Huthis stehen beträchtliche Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Ali Abdullah Salih treu geblieben sind.

Präsident Hadi

Präsident Hadi flüchtete im vergangenen Februar in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er versucht weiterzuregieren. Der von den USA unterstützte Staatschef will einen Föderalstaat errichten - scheiterte aber an der Stärke der Huthis.

Ex-Präsident Salih

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih war über 30 Jahre Herrscher im Jemen. Nach Protesten musste er Anfang 2012 zurücktreten. Die USA werfen ihm vor, das Chaos geschürt zu haben. Die UN haben Sanktionen gegen ihn verhängt. Medien berichteten über Absprachen Salihs mit den Huthis. Saudi-Arabien gewährte Salih nach dessen Rücktritt Unterschlupf. Der reiche Golfstaat hat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten.

Der Iran

Der Iran versucht als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen. Experten vermuten, der Iran unterstütze die Huthis möglicherweise finanziell, habe aber - anders als im Falle der Hisbollah im Libanon oder der schiitischen Milizen im Irak - keinen operativen Einfluss auf sie.

Saudi-Arabien

Eine von Saudi-Arabien geführte regionale Militärallianz bombardiert seit Ende März 2015 im ganzen Land Stellungen und Waffenlager der Huthis und der Salih-loyalen Truppen. Riad sieht - anders als viele Nahost-Experten - in der Miliz der schiitischen Sekte einen „Klienten“ des Iran, der auf diese Weise die Kontrolle über den Hinterhof des sunnitischen Königreichs übernehmen wolle.

Al-Kaida

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten, die sich unter anderem zum Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ bekannten, galten bisher als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. In den vergangenen Monaten bekannten sich Extremisten und bisherige Al-Kaida-Anhänger zu der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert. Trotz einer sehr ähnlichen Ideologie ist der IS mit Al-Kaida verfeindet.

Im Jemen gibt es schon seit Wochen heftige Kämpfe zwischen den schiitischen Huthi-Rebellen und verbündeten Armeeeinheiten sowie den Truppen und Milizen von Präsident Hadi, der im Februar aus der Hauptstadt Sanaa geflohen war. Saudi-Arabien und verbündete arabische Staaten fliegen seit dem 26. März Luftangriffe auf die Huthi-Rebellen.

Seit Sonntag fielen den Kämpfen im Jemen laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP mindestens 159 Menschen zum Opfer, alleine in Aden gab es 63 Tote. Nach Angaben Uno-Kinderhilfswerks Unicef wurden seit Ausbruch der Gewalt mindestens 74 Kinder getötet. Außerdem hätten in den vergangenen zwei Wochen mehr als 100.000 Menschen ihre Häuser verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen, erklärte Unicef. Die Krankenhäuser seien kaum noch in der Lage, die vielen Verwundeten zu versorgen. Mindestens drei Klinikmitarbeiter seien getötet worden.

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Trotz stetiger Bombardements der Koalition um Saudi-Arabien rücken die Huthi-Milizen im Jemen vor. Das Rote Kreuz fordert eine Feuerpause, um Medikamente zu liefern - und berichtet von einer humanitären Krise.

Die Uno-Organisation beklagte zudem, dass in vielen Gebieten im Süden die Trinkwasserversorgung nicht mehr funktioniere und das Abwasser auf die Straße fließe. Das erhöhe die Gefahr von Seuchen. Im Jemen rücken die schiitischen Huthi-Rebellen immer weiter nach Süden vor. Sie zwangen Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi zur Flucht und drangen in die Hafenstadt Aden ein. Saudi-Arabien und andere Golfstaaten haben mit Luftangriffen interveniert, den Vormarsch der Aufständischen aber nicht stoppen können.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

07.04.2015, 13:30 Uhr

Uno klagt und Gauck und Merkel schweigen, da man den Islam nur unterstützen muss!

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