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26.04.2015

18:17 Uhr

Kämpfe im Jemen

Wieder Luftangriffe auf Sanaa

Im Jemen toben weiter die Kämpfe zwischen den Huthi-Rebellen und regierungstreuen Kräften. Kampfflugzeuge der von Saudi-Arabien geführten Allianz bombardieren Sanaa. Offenbar sind auch Kriegsschiffe im Einsatz.

Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen kontrollieren große Teile des Landes, darunter die Hauptstadt. ap

Zerstörte Autos in Sanaa

Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen kontrollieren große Teile des Landes, darunter die Hauptstadt.

Aden/Kairo Die Kämpfe zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und regierungstreuen sunnitischen Kräften im Jemen haben sich ausgeweitet. Aus Sanaa, Aden und Tais sowie den Provinzen Dalea und Saada wurden am Sonntag Gefechte gemeldet. Kampfflugzeuge einer von Saudi-Arabien geführten Allianz bombardierten Huthi-Stellungen in der Hauptstadt Sanaa. Augenzeugen berichteten zudem, wie ausländische Kriegsschiffe Stellungen der Schiiten in Aden beschossen. Dort setzte eine Sunniten-Miliz aus dem Süden des Landes Insidern zufolge erstmals Panzer und Katjuscha-Raketen gegen die Huthi ein. Die Kämpfe waren die schwersten, seitdem die saudiarabische Allianz im März in den Bürgerkrieg eingriff.

Jemens Außenminister Rijad Jasin wies die Forderung des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh nach einer Rückkehr zum politischen Dialog zurück. Nach all den von Saleh verursachten Zerstörungen sei dessen Appell inakzeptabel, erklärte der Minister am Sonntag in London. Eine Übereinkunft mit den Huthi werde es nicht geben, solange sie sich nicht aus den von ihnen eroberten Gebieten zurückzögen, sagte Jasin. Ex-Präsident Saleh und die loyal zu ihm stehenden Soldaten unterstützen die aufständische Huthi-Miliz.

Gefechte im Jemen: Wer und was? (April 2015)

Die Huthis

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Früher unterdrückt, etablierten sie sich mit Beginn des Arabischen Aufstands ab 2011 als politische Kraft. Im September 2014 eroberten rund 30.000 Huthis die Hauptstadt Sanaa. Vor einigen Wochen setzten sie Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung ab. Auf der Seite der Huthis stehen beträchtliche Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Ali Abdullah Salih treu geblieben sind.

Präsident Hadi

Präsident Hadi flüchtete im vergangenen Februar in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er versucht weiterzuregieren. Der von den USA unterstützte Staatschef will einen Föderalstaat errichten - scheiterte aber an der Stärke der Huthis.

Ex-Präsident Salih

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih war über 30 Jahre Herrscher im Jemen. Nach Protesten musste er Anfang 2012 zurücktreten. Die USA werfen ihm vor, das Chaos geschürt zu haben. Die UN haben Sanktionen gegen ihn verhängt. Medien berichteten über Absprachen Salihs mit den Huthis. Saudi-Arabien gewährte Salih nach dessen Rücktritt Unterschlupf. Der reiche Golfstaat hat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten.

Der Iran

Der Iran versucht als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen. Experten vermuten, der Iran unterstütze die Huthis möglicherweise finanziell, habe aber - anders als im Falle der Hisbollah im Libanon oder der schiitischen Milizen im Irak - keinen operativen Einfluss auf sie.

Saudi-Arabien

Eine von Saudi-Arabien geführte regionale Militärallianz bombardiert seit Ende März 2015 im ganzen Land Stellungen und Waffenlager der Huthis und der Salih-loyalen Truppen. Riad sieht - anders als viele Nahost-Experten - in der Miliz der schiitischen Sekte einen „Klienten“ des Iran, der auf diese Weise die Kontrolle über den Hinterhof des sunnitischen Königreichs übernehmen wolle.

Al-Kaida

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten, die sich unter anderem zum Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ bekannten, galten bisher als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. In den vergangenen Monaten bekannten sich Extremisten und bisherige Al-Kaida-Anhänger zu der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert. Trotz einer sehr ähnlichen Ideologie ist der IS mit Al-Kaida verfeindet.

Die vom Iran unterstützten Rebellen kontrollieren große Teile des Landes, darunter die Hauptstadt. Zudem haben sie starke Verbündete in der von internen Streitigkeiten zerrütteten Armee. Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi ist aus dem Jemen geflohen. Es wird befürchtet, dass sich der Bürgerkrieg zu einer Konfrontation zwischen den rivalisierenden Regionalmächten Iran und Saudi-Arabien ausweiten könnte.

Von

rtr

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